{"id":1066,"date":"2000-11-10T17:47:56","date_gmt":"2000-11-10T15:47:56","guid":{"rendered":"http:\/\/emo-bil.de\/?p=1066"},"modified":"2000-11-10T17:47:56","modified_gmt":"2000-11-10T15:47:56","slug":"1066","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=1066","title":{"rendered":"Endlich Schluss mit dem Schleudertrauma?"},"content":{"rendered":"<p>Mediziner, Staatsanw\u00e4lte und vor allem Versicherungsvorst\u00e4nde &#8222;leiden&#8220; an dem Syndrom Schleudertrauma. Denn Verletzungen an der Halswirbels\u00e4ule, HWS-Syndrom oder Schleudertrauma genannt, sind die h\u00e4ufigsten Blessuren nach Auffahrunf\u00e4llen und verursachen enorme Folgekosten. So sch\u00e4tzt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, dass etwa zwei Milliarden Mark j\u00e4hrlich f\u00fcr die Behandlung von HWS-F\u00e4llen allein hierzulande anfallen. Oftmals versuchen &#8222;Unfallopfer&#8220; ein Schleudertrauma anzumelden, um abzukassieren. Langwierige Gerichtsverfahren sind die Folge, denn Mediziner am Institut f\u00fcr Rechtsmedizin der Uni M\u00fcnchen haben mehr als einhundert Gutachten zu HWS-Verletzungen ausgewertet, und festgestellt, dass nur jede f\u00fcnfte &#8222;Schleudertrauma-Anmeldung&#8220; berechtigt war.<\/p>\n<p>Schutz in der R\u00fcckenlehne<\/p>\n<p>Eine wirksame Ma\u00dfnahme zur Vermeidung von Schleudertraumata sind Schutzsysteme, die in die R\u00fcckenlehne eingebaut werden oder in die Kopfst\u00fctze. So haben zum Beispiel Autoliv und TRW Systeme mit in die Kopfst\u00fctze integriertem Airbag entwickelt. Neben solchen komplizierten Systemen, sind aber auch einige mechanische Systeme am Markt, die im Falle eines Heckcrashs, die Kopfst\u00fctze nach vorne hebeln und damit den Weg zwischen Kopf und St\u00fctze und damit die Aufprallwucht mindern.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Systeme schon am Markt<\/p>\n<p>So ist im Volvo S80 Autoliv`s AWS (Anti whiplash system) integriert, im Saab 9-5 Lear\u00b4s &#8222;Catchers Mitt&#8220; und Opel setzt in Zaphira und Astra ein vergleichbares System ein. Jetzt pr\u00e4sentiert auch Johnson Controls, ein Schutzsystem mit dem Namen &#8222;NeckShield\u201c f\u00fcr die Kopfst\u00fctze der Vordersitze. Es handelt sich dabei um die erste komplette Eigenentwicklung von Johnson Controls in Burscheid.<\/p>\n<p>Betrachtet man das &#8222;HWS-Schleudertrauma&#8220; aus technischer Sicht, so beruhen die Verletzungen der Halswirbels\u00e4ule auf der Relativbewegung zwischen Kopf und K\u00f6rper eines Insassen: beim Heckcrash schl\u00e4gt der Kopf wie ein \u201cPeitschenschlag\u201d nach hinten gegen die Kopfst\u00fctze.<\/p>\n<p>Crashsensor steuert Kopfst\u00fctze<\/p>\n<p>Jan Thunnissen, Entwicklungsexperte bei Johnson Controls: &#8222;NeckShield mildert die Unfallfolgen, indem es blitzschnell die Kopfst\u00fctze nach vorne bringt und damit die Aufschlaggeschwindigkeit des Kopfes reduziert&#8220;. Das NeckShield-Modul ist drehbar im oberen Bereich der hinteren R\u00fccksitzstruktur gelagert. Kommt es zum Unfall l\u00f6st ein Crashsensor den elektrischen Impuls aus, eine Z\u00fcndpille hebelt die Kopfst\u00fctze innerhalb von 20 bis 25 Millisekunden um bis zu sechs Zentimeter nach vorne &#8211; je nach eingestellter Kopfst\u00fctze.<\/p>\n<p>Universit\u00e4t testet das System mit Schlittenversuchen<\/p>\n<p>Johnson Controls hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universit\u00e4t Graz viele Crashversuche mit Dummies und Freiwilligen gefahren. &#8222;Bei vergleichenden Testreihen mit am Markt erh\u00e4ltlichen Systemen hat NeckShield am besten abgeschnitten&#8220;, erl\u00e4utert Herman Steffan, Unfallforscher an der Uni Graz. Diese Heckcrashs simulierten die Unfallforscher mit zahlreichen Schlittenversuchen beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von 15 mph. Dieser Wert reflektiert die relativ geringe Geschwindigkeitsdifferenz von rund 20 km\/h, die bei einer gro\u00dfen Zahl von Auffahrunf\u00e4llen gemessen wurde.<\/p>\n<p>G\u00fcnstige Indexwerte<\/p>\n<p>Zur Bewertung der Verletzungsgefahr zogen die Experten den sogenannten NIC-Wert (Neck Injury Criterion) heran, ein Ma\u00df f\u00fcr die relative Beschleunigung zwischen Kopf und Oberk\u00f6rper des Insassen. Je h\u00f6her der NIC-Wert, desto gr\u00f6\u00dfer die Gefahr eines Schleudertraumas. Ein Wert von 15 gilt noch als akzeptabel. Jan Thunnissen: &#8222;Die getesteten Systeme hatten einen Wert zwischen 12 bis 14, nur NeckShield lag bei allen Versuchen unter einem Wert von 10.&#8220;<\/p>\n<p>NeckShield erstmals 2002 in Serie<\/p>\n<p>Bedenkt man, dass jeder vierte Autounfall ein Heckcrash ist und drei Viertel der Verletzungen dabei Nackenverletzungen sind, erscheint die Zukunft f\u00fcr diese Art Schutzsysteme viel versprechend. Zumal bei einem leichten Crash nur der Z\u00fcndmechanismus erneuert werden muss, bei einem schweren zus\u00e4tzlich seitliche Strukturen. Johnson Controls will NeckShield erstmals im Modelljahr 2003 einsetzen, sp\u00e4ter soll das System auch in alle Fahrzeugsegmente eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mediziner, Staatsanw\u00e4lte und vor allem Versicherungsvorst\u00e4nde &#8222;leiden&#8220; an dem Syndrom Schleudertrauma. Denn Verletzungen an der Halswirbels\u00e4ule, HWS-Syndrom oder Schleudertrauma genannt, sind die h\u00e4ufigsten Blessuren nach Auffahrunf\u00e4llen und verursachen enorme Folgekosten. So sch\u00e4tzt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, dass etwa zwei Milliarden Mark j\u00e4hrlich f\u00fcr die Behandlung von HWS-F\u00e4llen allein hierzulande anfallen. 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