{"id":1068,"date":"2000-11-10T17:51:21","date_gmt":"2000-11-10T15:51:21","guid":{"rendered":"http:\/\/emo-bil.de\/?p=1068"},"modified":"2000-11-10T17:51:21","modified_gmt":"2000-11-10T15:51:21","slug":"trw-entwickelt-neue-elektronik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=1068","title":{"rendered":"TRW entwickelt neue Elektronik"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit Dr. Heinz Pfannschmidt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer TRW Automotive Electronics and Components GmbH &amp; Co. KG in Radolfzell<\/p>\n<p>TRW Inc. hat die LucasVarity \u00fcbernommen und der Blick geht weiter nach vorn: Eine Kooperation zur Entwicklung eines Elektronik-Netzwerks mit Motorola steht an, gemeinsam mit Magna International gr\u00fcndete man ein neues Entwicklungszentrum und mit verschiedenen Partnern bindet man Zukunftstechnologien aus der Medizin und der Luftfahrt in den Automobil-Sektor ein. Neue Strategien nach der \u00dcbernahme von LucasVarity, Entwicklungsprojekte und Zukunftsaussichten des Konzerns erl\u00e4utert Heinz Pfannschmidt, Mitglied des Excecutive Committees und Leiter Automotive Electronics bei TRW Inc.<\/p>\n<p>1) Im Elektronik-Bereich engagiert sich TRW am st\u00e4rksten. Wie hoch prognostizieren Sie den Elektronikanteil im Fahrzeug?<\/p>\n<p>A: Elektronik macht im Mittel im Einkauf etwa 20 % des Volumens eines Kraftfahrzeuges aus \u2013 \u00fcber alle M\u00e4rkte und \u00fcber alle Fahrzeuggr\u00f6\u00dfen. Die Prognosen gehen dahin, dass in etwa zehn Jahren dieser Anteil auf 35 \u2013 Optimisten sagen sogar 40 \u2013 Prozent steigen wird, so dass die Elektronik als Wertsch\u00f6pfungsanteil am Kraftfahrzeug einen immer gr\u00f6\u00dferen Teil ausmacht. Wesentlicher Faktor f\u00fcr die Zukunft: komplette Systeml\u00f6sungen inklusive Vernetzung entstehen, sie ziehen dann von der Oberklasse \u00fcber die Mittelklasse in die Kompaktklasse ein.<\/p>\n<p>2) Sie sind einer der gr\u00f6\u00dften Sensor-Hersteller. Ist das Feld der Sensorik noch zu verbessern, wenn ja, wo und mit welchem Aufwand?<\/p>\n<p>A. Im Bereich aktive und passive Sicherheit sind wir mit Steuerger\u00e4ten und Sensorik in einer sehr guten Marktposition. Wir werden uns aber in Zukunft auf Technologien konzentrieren, die in den Anwendungsgebieten unseres Kerngesch\u00e4ftes liegen. Intelligente Sensoren wird man beispielsweise in die Struktur des Fahrzeuges wie in T\u00fcren einbauen, um dann einen Crash fr\u00fchzeitig zu erkennen. Dar\u00fcber hinaus haben wir dazu mit LucasVarity eine Radartechnik entwickelt, die zur Pre-crash Erkennung angesteuert wird.<\/p>\n<p>3) Mit Magna International haben Sie ein Joint Venture gegr\u00fcndet und k\u00fcrzlich gemeinsam das Technologie-Zentrum ACTS (Advanced Car Technology Systems) in Sailauf er\u00f6ffnet. F\u00fcr wen entwickeln Sie dort und welche Entwicklungsbereiche dominieren?<\/p>\n<p>A: Wir haben dort das modernste Crashzentrum f\u00fcr Fahrzeuge in Europa. Wir k\u00f6nnen damit Fahrzeuge in jedem beliebigen Winkel gegeneinander crashen. Mit Unterst\u00fctzung von Gro\u00dfrechnern k\u00f6nnen wir immer mehr Simulationen fahren und damit die Zahl der realen Crashes verringern. Bestimmte Situationen sind dann vorher sehbar und \u00fcber Fahrzeugparameter ist zu erkennen, welche Insassenschutzsysteme wie ausgelegt werden m\u00fcssen. Wir als TRW-Leute, die von Gurtsystemen \u00fcber Airbags bis zur Elektronik kompetent sind, und Magna, die vom Rohbau der Karosserie bis zu Innenverkleidung die Expertise dazu beitragen, erg\u00e4nzen uns sehr gut.<\/p>\n<p>4) K\u00fcrzlich haben Sie auch eine Allianz mit der Firma SPES in Polen geschlossen. Neben dem nahen Osteuropa gilt bei Experten auch der asiatische und s\u00fcdamerikanische Raum f\u00fcr die Zukunft als Erfolg versprechend. Welche Zukunftsm\u00e4rkte haben Sie mit im Visier?<\/p>\n<p>A: Osteuropa ist f\u00fcr uns sehr wichtig, mit Standorten in Polen, Tschechien und m\u00f6glicherweise eines Tages in Russland. Auch die Automobilhersteller bauen dort neue Werke, so dass wir pr\u00e4sent sein m\u00fcssen. Andererseits haben wir auch Themen, die wir aufgrund der Lohnkostensituation nur darstellen k\u00f6nnen, wenn wir die Fertigung nach Osteuropa verlagern. Beispielsweise das N\u00e4hen der Lufts\u00e4cke f\u00fcr Airbagsysteme: Obwohl man auch auf diesem Gebiet automatisieren kann, haben wir noch zwei Werke mit mehr als 2000 Mitarbeitern in Polen. Die Allianz mit SPES geh\u00f6rt zum Bereich Elektronik und fertigt Lenkradschl\u00f6sser und Schalter. SPES ist ein langj\u00e4hriger Lizenzpartner, den wir k\u00fcrzlich \u00fcbernommen haben und dessen Aktivit\u00e4t wir deutlich ausweiten werden.<\/p>\n<p>5) W\u00e4hrend im Bereich passive Sicherheit in den USA mehr der Fahrzeuginsasse im Mittelpunkt steht, soll nach dem Willen der EU hier zu Lande mehr der Fu\u00dfg\u00e4ngerschutz im Vordergrund stehen. Wie tr\u00e4gt TRW dieser Entwicklung Rechnung?<\/p>\n<p>A: Mit Radar und optischen Sensoren k\u00f6nnen wir im Nahfeld sehr gute Ergebnisse erzielen. M\u00f6glicherweise wird man die Radartechnologie sowohl f\u00fcr Abstandserkennung, Pre-Crash-Sensing und zur Vermeidung von Fu\u00dfg\u00e4ngerunf\u00e4llen einsetzen k\u00f6nnen. Wir haben dazu unterschiedliche Signalverarbeitungsprogramme, die wir mit der gleichen Sensorik verbinden.<\/p>\n<p>6) Mit dem schwedischen Unternehmen Biosys AB wollen Sie ein Fahrerwarnsystem entwickeln und vermarkten. Wie binden Sie einen Hersteller f\u00fcr vorwiegend medizinische Produkte in ihre Automobil-Entwicklung ein?<\/p>\n<p>A: Wir haben uns mit ihnen im Feld der Sitzbelegungserkennung mit Sitzmatten besch\u00e4ftigt. Biosys hat in der medizinischen Anwendung Matten entwickelt, die das ber\u00fchrungslose Messen von Puls und Blutdruck in Patientenbetten erm\u00f6glichen. Damit k\u00f6nnen die Werte jederzeit dargestellt werden. Gemeinsame Versuche mit Biosys haben gezeigt, dass dies auch im Fahrzeugs m\u00f6glich ist: Trotz Bewegung des Fahrers oder Ersch\u00fctterungen im Fahrzeug konnten diese Messungen vorgenommen werden. Das hat uns dazu bewogen, eine Einschlafwarnung zu entwickeln, die die Verkettung von Erm\u00fcdungserscheinungen des Fahrers erfasst. Wie diskutieren derzeit mit einigen Fahrzeugherstellern \u00fcber Anwendungen.<\/p>\n<p>7) TRW unterh\u00e4lt in Kalifornien ein Entwicklungszentrum, das besonders Technologien f\u00fcr die Luftfahrt entwickelt. Welche Anwendungen k\u00f6nnten davon in Automobile einflie\u00dfen?<\/p>\n<p>A: In der N\u00e4he von Los Angeles sind etwa 10.000 TRW-Mitarbeiter im Bereich Luft- und Raumfahrtforschung t\u00e4tig. Wir haben ein Team, das sich \u201cCenter for Automotive Technology\u201d nennt, wo man m\u00f6gliche Anwendungen f\u00fcr den Automobilbereich sehr schnell abgreifen kann. Beispiele sind ein neues Funkfernsteuersystem, das wir gerade entwickeln und das \u00fcber den reinen Funkschl\u00fcssel hinausgeht, denn Informationen kehren vom Fahrzeug zur Fernbedienung zur\u00fcck. Wir wollen die Reichweite ausdehnen und es m\u00f6glichst kosteng\u00fcnstig machen. Wir nutzen bestimmte Basistechnologien aus der Hochfrequenztechnik, um Halbleiterchips zu entwickeln, die genau diese Anwendungen abdecken. Ein weiteres Projekt ist ein optisches Insassen-Erkennungssystem, mit dem wir \u00fcber zwei Kameras und Bildverarbeitung die Sitzposition des Fahrers und Beifahrers erkennen wollen. Ist eine interessante Technik im Konzern verf\u00fcgbar, dann erhalten wir auch Zugriff f\u00fcr Automobilanwendungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Dr. Heinz Pfannschmidt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer TRW Automotive Electronics and Components GmbH &amp; Co. 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