{"id":1070,"date":"2000-11-10T17:54:59","date_gmt":"2000-11-10T15:54:59","guid":{"rendered":"http:\/\/emo-bil.de\/?p=1070"},"modified":"2000-11-10T17:54:59","modified_gmt":"2000-11-10T15:54:59","slug":"frontscheiben-kunststoff-glasklar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=1070","title":{"rendered":"Frontscheiben &#8211; Kunststoff? Glasklar?"},"content":{"rendered":"<p>Explodierende Kraftstoffpreise bringen die Entwicklungsingenieure zum Schwitzen: Das Auto muss leichter werden, denn weniger Gewicht bedeutet auch weniger Kraftstoffverbrauch. Auf der Suche nach Einsatzgebieten f\u00fcr neue und meist leichtere Werkstoffe sind auch Autoscheiben im Blickfeld. Experimentiert wird dabei mit Kunststoff. Denn eine f\u00fcnf Millimeter dicke Kunststoffscheibe wiegt je Quadratmeter nur etwa sechs Kilogramm \u2013 vergleichbares Verbundsicherheitsglas (VSG) dagegen das Doppelte. Bei einem Mittelklasse-Kombi liegt somit die entsprechende Gewichtsersparnis bei etwa 20 Kilogramm, was letztlich etwa 80 Liter Kraftstoffersparnis je 100.000 gefahrene Kilometer bedeutet.<\/p>\n<p>Sonnenspektrum soll gefiltert werden<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Glasfl\u00e4chen vermitteln im Auto eine helle, offene und gro\u00dfz\u00fcgige Atmosph\u00e4re. Allerdings sind die optischen und akustischen Anforderungen an die Windschutzscheibe und die Seitenscheiben sehr hoch, wenn es um Komfort und Sicherheit geht. Weiterhin beeinflussen die Vorgaben des Gesetzgebers das Design und die Materialzusammensetzung der Scheiben. Auf der VDI-Tagung \u201cKunststoffe im Automobilbau\u201d in Mannheim pr\u00e4sentierte der Werkstoffexperte Stefan Uhl von DaimlerChrysler Entwicklungen und Ausblicke zur Autoscheibe.<\/p>\n<p>Geht es um die Fahrzeugscheiben, so sind die Ingenieure im Zwiespalt, denn beispielsweise reduziert d\u00fcnnes Glas das Gewicht, andererseits \u00fcbertr\u00e4gt es verst\u00e4rkt Wind- und Reifenger\u00e4usche in den Innenraum. Je nach Klimabedingungen heizt ein Auto bis zu 90 Grad Celsius auf oder k\u00fchlt bis \u201340 Grad ab. Eingef\u00e4rbtes und w\u00e4rmed\u00e4mmendes Gr\u00fcn- oder Blauglas geh\u00f6rt deshalb mittlerweile schon zum Standard. F\u00fcr die Zukunft setzen die Experten aber auf ein Glas, das den Anteil im nahen Infrarotbereich (NIR) des Sonnenspektrums reflektiert. Stefan Uhl, Experte f\u00fcr Klimakomfort: \u201cNeuentwickelte D\u00fcnnschichtsysteme reflektieren den NIR-Anteil des Sonnespektrums deutlich und tragen so zu einer verminderten Aufheizung des Innenraumes bei\u201d. Derzeit sind sie aber noch den Oberklassefahrzeugen vorbehalten.<\/p>\n<p>Crashtests f\u00fcr Autoscheiben<\/p>\n<p>Sehr wichtig ist eine steife Windschutzscheibe. Nicht nur die hohe Belastung bei schneller Fahrt, sondern auch die Verletzungsgefahr im Crashfall h\u00e4ngen von den Materialeigenschaften der Front- und Seitenscheiben ab. Aus den USA kommt hierzu ein Entwurf des NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration), der festere Scheiben fordert. So sollen k\u00fcnftig bei einem Crash die Insassen vor dem Herausschleudern gesch\u00fctzt werden. Stefan Uhl: \u201cDiese Forderungen k\u00f6nnen sehr weit reichend sein und erhebliche Konsequenzen f\u00fcr die Entwicklung von k\u00fcnftigen Verglasungen und T\u00fcrkonzepten haben.\u201d<\/p>\n<p>Sensoren in der Windschutzscheibe<\/p>\n<p>Im Zeitalter von Multimedia fordern Autofahrer immer mehr Frequenzb\u00e4nder. \u201cEs sind L\u00f6sungen gefragt, bei denen Antennenstrukturen und metallische Beschichtungen zum Sonnenschutz gleichzeitig realisiert werden m\u00fcssen\u201d, kommentiert Uhl. Dazu kommen auch vermehrt Sensoren im Scheibenbereich, die die Temperatur regeln, den Beschlag erkennen oder bei Regen die Wischer einschalten.<\/p>\n<p>Heckscheibenheizung bereitet Probleme<\/p>\n<p>Vereinzelt findet man schon \u2013 beispielsweise die Dreiecksscheibe im Smart \u2013 die \u201creine\u201d Kunststoffscheibe aus Polycarbonat. Solche Scheiben bieten einen hohen Widerstand gegen Einbruch, nachteilig ist ihre geringe Kratzfestigkeit. Doch die Entwicklungsingenieure planen schon mittelfristig Spritzguss-Vollkunststoffscheiben aus Polycarbonat f\u00fcr das Heck. Einziges Problem derzeit: eine Heckscheibenheizung mit leitf\u00e4higen Schichten muss noch integriert werden. Dann steht dem Einsatz nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p>Geschichte des Sicherheitsglases<\/p>\n<p>Ein kleiner Laborunfall gab im Jahre 1910 den Ansto\u00df f\u00fcr die Erfindung der Sicherheitsscheibe. Im Labor des franz\u00f6sischen Chemikers Edouard Benedictus fiel ein Glaskolben zu Boden, der \u00fcberraschenderweise nicht splitterte. Benedictus ahnte, dass der klebrige Film der eingetrockneten Nitrozellulose-L\u00f6sung schuld sein k\u00f6nnte. Er klebte solch eine Lage Nitrocellulose, auch &#8222;Zelluloid&#8220; genannt, zwischen zwei Glasscheiben. Diese sollte im Falle eines Autounfalls die t\u00f6dlichen Scherben festhalten. Bevor die dreilagige Scheibe 16 Jahre sp\u00e4ter erstmals im Auto eingesetzt wurde, setzte man sie w\u00e4hrend des ersten Weltkrieges zun\u00e4chst in Gasmasken ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Explodierende Kraftstoffpreise bringen die Entwicklungsingenieure zum Schwitzen: Das Auto muss leichter werden, denn weniger Gewicht bedeutet auch weniger Kraftstoffverbrauch. Auf der Suche nach Einsatzgebieten f\u00fcr neue und meist leichtere Werkstoffe sind auch Autoscheiben im Blickfeld. Experimentiert wird dabei mit Kunststoff. 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