{"id":2279,"date":"2014-08-03T06:02:50","date_gmt":"2014-08-03T05:02:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2279"},"modified":"2014-08-03T06:02:50","modified_gmt":"2014-08-03T05:02:50","slug":"erst-fingerabdruck-dann-fuehrerschein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2279","title":{"rendered":"F\u00fchrerschein nach Fingerabdruck"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2779\" src=\"http:\/\/www.autolook.de\/wp-content\/uploads\/emo-logo-Briefmarke-150x110.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"110\" \/>Wer seinen F\u00fchrerschein beantragt, muss nicht nur seine Papiere bei der Anmeldung vorlegen sondern auch einen Fingerabdruck abgeben. Dies geh\u00f6rt zum Sicherheitskonzept des US-Bundesstaates Texas. Schon seit 2010 setzt man dort eine Software zur Gesichtserkennung ein, die elektronisch gespeicherte F\u00fchrerscheinfotos\u00a0<!--more-->nach verfolgten Straft\u00e4tern durchsucht. Da in Texas\u00a0alle zw\u00f6lf Jahre der F\u00fchrerschein erneuert werden muss, werden letztlich die Fingerabdr\u00fccke aller Autofahrer in einer Datenbank landen.<\/p>\n<p>Service:<\/p>\n<p>F\u00fchrerschein-Besonderheiten in den Vereinigten Staaten<\/p>\n<p>In der Praxis ist der F\u00fchrerschein das meistverwendete Identit\u00e4tsdokument f\u00fcr Erwachsene in allen Bundesstaaten. Beim F\u00fchren eines Fahrzeuges muss er immer mitgef\u00fchrt werden und der Polizei auf Verlangen vorgezeigt werden, solange man sich im Fahrzeug aufh\u00e4lt. Die Ausstellungsbeh\u00f6rde f\u00fcr F\u00fchrerscheine stellt auch Nicht-Fahrern Identit\u00e4tsdokumente mit einem Passfoto aus. Das sind insbesondere Kinder, \u00e4ltere B\u00fcrger und Personen, denen der F\u00fchrerschein entzogen wurde.<\/p>\n<p>In 48 Bundesstaaten ist die Kfz-Beh\u00f6rde (Department of Motor Vehicles) (oder eine entsprechende Beh\u00f6rde der US-Bundesregierung) f\u00fcr die Ausgabe und Verwaltung der F\u00fchrerscheine und Identit\u00e4tskarten zust\u00e4ndig. Die US-Bundesstaaten Hawaii und Kentucky haben die F\u00fchrerscheinabgabe und die Kfz-Zulassung an die untergeordnete lokale County-Verwaltung delegiert.<\/p>\n<p>Der F\u00fchrerschein wird in allen Bundesstaaten als g\u00fcltiges Identit\u00e4tsdokument anerkannt. Grundlage daf\u00fcr ist, dass Gesetze der einzelnen US-Bundesstaaten in jedem anderen Bundesstaat anzuerkennen sind (Artikel 4 der US-Verfassung: Full Faith and Credit Clause). Viele ausl\u00e4ndische Staaten erkennen den US-amerikanischen F\u00fchrerschein als Identit\u00e4tsdokument an.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich gibt es zwischen den US-Bundesstaaten und verschiedenen Staaten (Kanada, Mexiko) Vereinbarungen \u00fcber die gegenseitige Verfolgung von Verkehrsverst\u00f6\u00dfen. Verkehrsverst\u00f6\u00dfe in anderen US-Bundesstaaten oder Nachbarl\u00e4ndern werden dabei von jenem US-Bundesstaat geahndet, der den F\u00fchrerschein ausgestellt hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Zwecke (zum Beispiel im Flugverkehr) wird der F\u00fchrerschein auch von US-Regierungsbeh\u00f6rden und Beh\u00f6rden des US-Bundesstaates als Identit\u00e4tsnachweis anerkannt.<\/p>\n<p>Private Unternehmen verlangen oft die Vorlage des F\u00fchrerscheines zur Identit\u00e4tspr\u00fcfung, besonders bei der Nutzung von Kreditkarten oder beim Kauf von Zigaretten oder alkoholischer Getr\u00e4nke.<\/p>\n<p>Der Einzelh\u00e4ndler braucht sich bei Vorlage einer unterschriebenen Kreditkarte eigentlich keine Photo-ID (zum Beispiel F\u00fchrerschein) vorlegen zu lassen. VISA verbietet dieses Vorgehen sogar vertraglich.<\/p>\n<p>Autoversicherer verlangen regelm\u00e4\u00dfig bei Abschluss einer Fahrzeugversicherung die Nummer des F\u00fchrerscheines. Die Autoversicherer haben Direktzugriff auf die F\u00fchrerscheindaten und die damit verbundenen Verkehrss\u00fcnderdateien, damit sie das Versicherungsrisiko einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, den F\u00fchrerschein st\u00e4ndig \u2013 auch bei Nichtbenutzung eines Fahrzeuges \u2013 bei sich zu tragen. Trotzdem haben die meisten erwachsenen US-Amerikaner ihren F\u00fchrerschein st\u00e4ndig bei sich. Gem\u00e4\u00df einer Entscheidung des Obersten Gerichts der USA k\u00f6nnen die US-Bundesstaaten festlegen, dass Personen nach Aufforderung durch die Polizei ihren Namen nennen m\u00fcssen. Weiterhin ist es in einigen US-Bundesstaaten Pflicht (beispielsweise Kalifornien) nach einem Verkehrsversto\u00df auf Aufforderung ein Identifikationsdokument vorzulegen. Das betrifft auch Verkehrsverst\u00f6\u00dfe bei der Benutzung eines Fahrrades (z. B. Fahren auf der falschen Stra\u00dfenseite). Die Nichtvorlage eines Identit\u00e4tsdokumentes nach Verkehrsverst\u00f6\u00dfen ist ein hinreichender Grund f\u00fcr eine vorl\u00e4ufige Festnahme.<\/p>\n<p>Der US-Kongress erlie\u00df 2005 ein umstrittenes Gesetz (REAL ID Act), das den offiziellen F\u00fchrerschein technisch gesehen in einen nationalen Identifikationsausweis (national identification card) umwandelte. Jedoch wird dieser F\u00fchrerschein weiterhin von den US-Bundesstaaten und nicht von der US-Regierung ausgestellt und ist somit streng genommen kein nationaler Identifikationsausweis.<\/p>\n<p>Federf\u00fchrend bei der Schaffung eines nationalen Identifikationsausweises ist das Ministerium f\u00fcr Innere Sicherheit, mit der Befugnis, das Design und den Inhalt aller F\u00fchrerscheine der verschiedenen US-Bundesstaaten festzulegen. Das Ministerium f\u00fcr Innere Sicherheit verlangt, dass alle damit in Zusammenhang stehenden bundesstaatlichen Datenbanken in einer einzigen nationalen Datenbank verbunden sind. Kritiker beklagen, dass das Ministerium f\u00fcr Innere Sicherheit damit die uneingeschr\u00e4nkte Vollmacht hat, den Umfang der F\u00fchrerscheindaten vorzuschreiben und die \u201eerschreckend\u201c gro\u00dfen Datenmengen und Informationen \u00fcber alle Amerikaner zu verwalten.<\/p>\n<p>Der F\u00fchrerschein begann nicht als Identit\u00e4tsausweis. Die ersten US-F\u00fchrerscheine enthielten anfangs nur den Namen, die F\u00fchrerscheinnummer und unter Umst\u00e4nden die Adresse. Sie sollten die Strafverfolgung problematischer Fahrer erleichtern. Bis in die sp\u00e4ten 1930er-Jahre hinein wurde in den meisten US-Bundesstaaten der F\u00fchrerschein eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Mit der Zeit wurden zus\u00e4tzliche Daten in die F\u00fchrerscheine aufgenommen: Gr\u00f6\u00dfe, Gewicht, Augenfarbe, Haarfarbe, Geschlecht, manchmal auch die Rasse. So sollte der Missbrauch der F\u00fchrerscheine verhindert werden. W\u00e4hrend fast alle F\u00fchrerscheine mit einem Passbild ausgestattet sind, ist die Personenbeschreibung auf dem F\u00fchrerschein ein Relikt aus den Zeiten, als die F\u00fchrerscheine noch keine Passfotos hatten. Seit den fr\u00fchen 1960er-Jahren begannen die ersten US-Bundesstaaten, die F\u00fchrerscheine mit Farb-Passfotos zu versehen. Seit Mitte der 1980er-Jahre geben alle US-Bundesstaaten F\u00fchrerscheine mit Passfotos aus \u2013 jedoch waren die Passfotos nicht in allen Bundesstaaten zwingend vorgeschrieben.<\/p>\n<p>Vermont verlangt erst seit 2004, dass alle neu ausgestellten F\u00fchrerscheine mit einem Passbild versehen sind. Die alten F\u00fchrerscheine ohne Passbild l\u00e4sst man aber weiter gelten, bis sie ablaufen. New Jersey beendete 2004 die Ausgabe von F\u00fchrerscheinen ohne Passfoto. Die F\u00fchrerscheine ohne Passfoto wurden bis 2008 umgetauscht.<\/p>\n<p>Tennessee verlangt von \u00e4lteren Personen (\u00fcber 60 Jahren) kein Passfoto auf den F\u00fchrerscheinen. Weiterhin erhalten F\u00fchrerscheinbewerber in Tennessee, die keinen Nachweis \u00fcber ihre Aufenthaltsberechtigung in den USA nachweisen k\u00f6nnen oder die sich nur mit einem Kurzzeitvisum in den USA aufhalten, einen speziellen F\u00fchrerschein mit Passfoto (Certificate for Driving) mit der Aufschrift \u201eNicht f\u00fcr Identifizierungs-Zwecke\u201c.<\/p>\n<p>Die verschiedenen US-Bundesstaaten haben unterschiedliche Vorschriften, wie in speziellen F\u00e4llen (religi\u00f6se Einw\u00e4nde gegen Fotos oder gegen Fotos ohne Kopfbedeckung) bei der Ausstellung von F\u00fchrerscheinen ohne Passfoto zu verfahren ist.<\/p>\n<p>Seit 2005 geben alle US-Bundesstaaten \u201edigitale\u201c F\u00fchrerscheine aus. Die digitalen Foto-Ausweise (photo card) verwenden Digitalfotos. Als Nebeneffekt lassen sich die digitalen Passfotos elektronisch archivieren. Selten weisen die Bundesstaaten den Antragsteller deutlich darauf hin. Den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden sind diese Fotos uneingeschr\u00e4nkt und ohne zus\u00e4tzliche richterliche Verf\u00fcgung zug\u00e4nglich. Die nicht genehmigte Weitergabe der Fotos an andere Nicht-Strafverfolgungsbeh\u00f6rden ist aber gesetzlich verboten (Federal Driver&#8217;s Privacy Protection Act).<\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 1990er-Jahren gab es einen \u00f6ffentlichen Aufschrei, als bekannt wurde, dass einige Bundesstaaten F\u00fchrerscheinfotos und Privatanschriften an Marketing-Unternehmen und Datenbankunternehmen verkaufen.<\/p>\n<p>Um die Sicherheit der F\u00fchrerscheine zu verbessern, vergleichen einige US-Bundesstaaten bei der Ausstellung oder Erneuerung der F\u00fchrerscheine das Passfoto mit einer Foto-Datenbank, die mehrere Millionen F\u00fchrerscheinpassfotos umfasst. Die F\u00fchrerscheine werden auch zunehmend mit f\u00e4lschungssicheren Merkmalen versehen, beispielsweise Hologramme, sichtbare und unsichtbare digitale Wasserzeichen.<\/p>\n<p>Bekannt wurde in den USA der Mord an der 21-j\u00e4hrigen Schauspielerin Rebecca Schaeffer (1989, Los Angeles, Kalifornien) durch einen fanatischen Verehrer. Er verfolgte sie drei Jahre lang und gelangte schlie\u00dflich \u00fcber einen Privatdetektiv an ihre Privatanschrift (Honorar: 250 US$), der diese wiederum von der kalifornischen Kfz-Zulassungsbeh\u00f6rde hatte. Der psychisch-kranke Verehrer klingelte an ihrer Haust\u00fcr, wurde von ihr abgewiesen, klingelte nach einer Stunde wieder und erschoss sie an ihrer Haust\u00fcr. Dieser Mordfall war mit ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Driver&#8217;s Privacy Protection Act, der die Weitergabe von Personendaten durch die Kfz-Zulassungsbeh\u00f6rde und F\u00fchrerscheinbeh\u00f6rde (Department of Motor Vehicles) drastisch einschr\u00e4nkte. Auch die amerikanischen Stalking-Gesetze wurden daraufhin versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Einige US-Bundesstaaten (u. a. Kalifornien, Texas, Hawaii, Colorado) verlangen einen Fingerabdruck f\u00fcr die Ausgabe des F\u00fchrerscheins. In Kalifornien und Colorado wurden die Fingerabdr\u00fccke fr\u00fcher auf Fingerabdruckkarten archiviert. Heute werden jedoch nur noch die Daumenabdr\u00fccke genommen und elektronisch archiviert.<\/p>\n<p>Die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden verwenden die Fingerabdr\u00fccke der F\u00fchrerscheine nicht, da sie keine ausreichende forensische Bedeutung haben. Die Fingerabdr\u00fccke werden auch nicht zur Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung untereinander abgeglichen, da die Anzahl der gesammelten Fingerabdr\u00fccke noch zu gering ist.<\/p>\n<p>Laut Bundesgesetz m\u00fcssen von F\u00fchrerscheinbewerbern f\u00fcr Gefahrguttransporte in allen US-Bundesstaaten Fingerabdr\u00fccke genommen werden. Diese werden jedoch nicht f\u00fcr die eigentliche Ausstellung des F\u00fchrerscheins ben\u00f6tigt, sondern dienen nur der obligatorischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung durch das FBI.<\/p>\n<p>Georgia hat seit 1996 Daumenabdr\u00fccke f\u00fcr die F\u00fchrerscheinausgabe gesammelt. Weil diese Praxis jedoch sehr unpopul\u00e4r ist, wurde sie 2006 beendet und das bestehende Daumenabdruck-Archiv vernichtet.<\/p>\n<p>Dieser Artikel basiert auf dem Artikel \u201eAusweis (Vereinigte Staaten)\u201c aus der freien Enzyklop\u00e4die Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz f\u00fcr freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verf\u00fcgbar. -http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ausweis_(Vereinigte_Staaten)#F.C3.BChrerschein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer seinen F\u00fchrerschein beantragt, muss nicht nur seine Papiere bei der Anmeldung vorlegen sondern auch einen Fingerabdruck abgeben. Dies geh\u00f6rt zum Sicherheitskonzept des US-Bundesstaates Texas. 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