{"id":2630,"date":"2017-06-03T18:08:14","date_gmt":"2017-06-03T17:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2630"},"modified":"2017-06-03T18:08:14","modified_gmt":"2017-06-03T17:08:14","slug":"mehr-transparenz-wagen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2630","title":{"rendered":"Mehr Transparenz wagen"},"content":{"rendered":"<p>3.6.2017 &#8211; Volkswagen und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) k\u00f6nnen von Ikea lernen. Das schwedische M\u00f6belhaus ruft gef\u00e4hrliche Produkte unverz\u00fcglich zur\u00fcck und informiert seine Kunden umfassend. \u00dcber drohende Gefahren, verkaufte St\u00fcckzahlen oder die weitere Vorgehensweise. Die hiesige Autoindustrie dagegen hat deutliche Defizite. Ist ein Fahrzeugmangel entdeckt, reagieren die Autohersteller meist z\u00f6gerlich mit<!--more--> R\u00fcckrufen. Und auch das KBA als oberste Markt\u00fcberwachungsbeh\u00f6rde verh\u00e4lt sich abwartend. Wer sich \u00fcber Fahrzeugr\u00fcckrufe informieren will, wird entt\u00e4uscht. Es fehlt ein \u00fcbersichtliches und leicht bedienbares Rechercheportal.<\/p>\n<p>\u201eBeim Kraftfahrtbundesamt besteht deutlicher Nachholbedarf in puncto Verbraucherschutz\u201d, stellt Marion Jungbluth fest, Leiterin Mobilit\u00e4t beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Der Vergleich der \u201eamtlichen\u201d R\u00fcckrufdatenbank, die in einem Untermen\u00fc der Homepage versteckt ist, mit dem Portal der amerikanischen Verkehrssicherheitsbeh\u00f6rde NHSTA fiel vernichtend aus. Die Frage, ob ein Automodell von R\u00fcckrufen betroffen ist, beantwortet die Suche beim KBA nur unbefriedigend. Am Ende vergaben die Tester f\u00fcr das Angebot ein \u201cmangelhaft\u201d. Die Flensburger verf\u00fcgten nur \u00fcber ein rudiment\u00e4res \u00a0Angebot. V\u00f6llig anders stellt sich das leicht bedienbare amerikanische R\u00fcckrufportal dar, das von den Verbraucherzentralen ein \u201causgezeichnet\u201d erhielt.<\/p>\n<p>Neu- und Gebrauchtwagenk\u00e4ufer ben\u00f6tigen zuverl\u00e4ssige und verst\u00e4ndliche Ausk\u00fcnfte, dies sich mit vorhandener Technik schnell aus einem Datenpool generieren lie\u00dfen. Denn noch nie wurden so viele Autos zur\u00fcckgerufen wie im letzten Jahr: 4,2 Millionen, im Jahre 2015 waren es nur 1,6 Millionen. Einen Grund sehen Experten in den schnellen Modellwechseln mit verk\u00fcrzten Testzeiten. Erprobungsfahrten verlagern sich mittlerweile auf Neuwagenk\u00e4ufer. \u00a0Bei technischen Fahrzeugproblemen veranlassen die Automobilhersteller einen \u201efreiwilligen\u201c R\u00fcckruf. Oftmals l\u00e4sst man aber Autofahrer im Unklaren: Bei der Inspektion werden kleinere M\u00e4ngel unauff\u00e4llig behoben, beispielsweise eine Software aktualisiert.<\/p>\n<p>Handelt es sich allerdings um eine \u201cernste Gef\u00e4hrdung\u201d, \u00fcbernimmt laut gesetzlichem Auftrag das KBA mit einem \u201everpflichtenden\u201c R\u00fcckruf. Bei der Umsetzung hapert es aber. Dies wird beim Dieselskandal deutlich. \u201eDie Beh\u00f6rdenstruktur hat komplett versagt\u201c, kritisiert Oliver Krischer, Fraktionsvize und Verbrauchersch\u00fctzer bei den Gr\u00fcnen. Die Aufsichtskontrolle von Verkehrsminister Dobrindt sei zu lasch. \u201cDie Bundesregierung sch\u00fctzt das Kraftfahrt-Bundesamt, w\u00e4hrend bei \u00a0amerikanischen Bundesbeh\u00f6rden die Verbraucherinteressen im Vordergrund stehen\u201d, erkl\u00e4rt Krischer.<\/p>\n<p>Wie ein Portal aussehen kann, zeigt das Watchblog \u201cKfz-Rueckrufe.de\u201d. Aktuell und umfangreich informiert es zu Automarken und Regionen, Urteile und aktuelle Hintergr\u00fcnde erg\u00e4nzen das Angebot. Noch m\u00fcssen die Betreiber ihre Infos m\u00fchevoll zusammentragen. \u201cW\u00fcnschenswert w\u00e4re eine direkte Belieferung durch Hersteller oder KBA\u201d, sagt Initiator Nico Ganzer. \u00a0Sein Projekt tr\u00e4gt schon Fr\u00fcchte. Die FIA, der Dachverband der gr\u00f6\u00dften Automobilklubs, empfahl Kfz-Rueckrufe.de seinen Mitgliedern &#8211; als hilfreiche Informationsquelle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.6.2017 &#8211; Volkswagen und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) k\u00f6nnen von Ikea lernen. Das schwedische M\u00f6belhaus ruft gef\u00e4hrliche Produkte unverz\u00fcglich zur\u00fcck und informiert seine Kunden umfassend. \u00dcber drohende Gefahren, verkaufte St\u00fcckzahlen oder die weitere Vorgehensweise. Die hiesige Autoindustrie dagegen hat deutliche Defizite. 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