{"id":2634,"date":"2017-05-13T18:18:03","date_gmt":"2017-05-13T17:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2634"},"modified":"2024-03-29T17:53:23","modified_gmt":"2024-03-29T17:53:23","slug":"plagiat-materialmix-aus-kuhdung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2634","title":{"rendered":"Plagiat-Materialmix aus Kuhdung"},"content":{"rendered":"<p>13.5.2017 &#8211; Bremsscheiben aus Holz, S\u00e4gemehl oder Kuhdung. Autofahrer leben gef\u00e4hrlich. Der Materialmix ist Sch\u2026., das Bauteil zerbr\u00f6selt schlimmstenfalls bei einer Vollbremsung. Trotzdem entscheiden sich Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger bewusst f\u00fcr die gef\u00e4lschten Ersatzteile. Der Schwarzmarkt boomt: Noch nie wurde im Autoteilemarkt so oft gegen Markenrecht versto\u00dfen wie in den letzten Jahren. Copyshops produzieren<!--more--> auf Hochtouren f\u00fcr den Weltmarkt &#8211; zulasten der Verkehrssicherheit.<\/p>\n<p>Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst &amp; Young entgehen den hiesigen Unternehmen durch Plagiate ja\u0308hrlich etwa 56 Milliarden Euro Umsatz. \u00a0\u201cIn der Europ\u00e4ischen Union sind etwa f\u00fcnf Prozent der importierten Waren gef\u00e4lscht\u201d, erkl\u00e4rt Dr. Bernd Fleischer, Anwalt f\u00fcr Gewerblichen Rechtsschutz bei Rose &amp; Partner LLP. in Hamburg. Acht von zehn importierten \u00a0Faketeilen stammen aus China, vermehrt auch aus Osteuropa.<\/p>\n<p>Piratenj\u00e4ger ermitteln auf Automobilmessen, an den Grenzen oder direkt im F\u00e4lschermilieu. Im letzten Jahr beschlagnahmte die Generalzolldirektion bei fast 500 Eins\u00e4tzen rund 109000 Autoteile. Wert: knapp zwei Millionen Euro. Daimler spricht von einem Markt mit \u00a0\u201cindustriellen Ausma\u00dfen\u201d. So rollen in Billiglohnl\u00e4ndern gef\u00e4lschte Teile vom gleichen Band wie die originale. \u201cAufsp\u00fcren, Angreifen und Vorbeugen\u201d lautet die Strategie von Daimler. In der Taskforce \u201cGlobal Brand Protection\u201d hat man mehr als ein Dutzend Spezialisten geb\u00fcndelt. Mithilfe \u00f6rtlicher Beh\u00f6rden entdeckten sie in einer Kleinfabrik im Nahen Osten mehr als eine Million gef\u00e4lschte Autoersatzteile. Etwa 6000 Windschutzscheiben-Plagiate, teils aus Fensterglas, wurden in China sichergestellt. Beliebt sind bei den F\u00e4lschern Module und Teile, die sich schnell abnutzen und h\u00e4ufig erneuert werden m\u00fcssen. So auch sicherheitsrelevante Teile des Bremssystems: Da besteht die Bremsfl\u00fcssigkeit schon mal aus normalem Speise\u00f6l. Steuergera\u0308te gehen in Flammen auf, Bremsscheiben beginnen zu glu\u0308hen und bersten.<\/p>\n<p>Und doch greifen viele Autofahrer zu den Schrottprodukten. 55 Prozent der Plagiatk\u00e4ufer entscheiden sich bewusst daf\u00fcr. Ausschlaggebend ist der Spottpreis im Internet. Auf der Jagd nach Produktpiraten konzentrieren sich Automobilhersteller zunehmend auf Online-Handelsplattformen. Dubiose Angebote verfolgt man gemeinsam mit Polizei, Zoll und Anw\u00e4lten. Markenrechtsexperte Fleischer: \u201cIm Online-Bereich unterst\u00fctzen uns auch IT-Unternehmen, die mit technischen Mitteln und eigens entwickelter Software gesch\u00fctzte Marken im Netz \u00fcberwachen.\u201d Doch das Risiko entdeckt und bestraft zu werden ist gering. Laut neuestem Europol-Lagebericht zur Produkt- und Markenpiraterie macht die F\u00e4lscherindustrie noch immer h\u00f6here Gewinne als der Drogenhandel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.5.2017 &#8211; Bremsscheiben aus Holz, S\u00e4gemehl oder Kuhdung. Autofahrer leben gef\u00e4hrlich. Der Materialmix ist Sch\u2026., das Bauteil zerbr\u00f6selt schlimmstenfalls bei einer Vollbremsung. Trotzdem entscheiden sich Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger bewusst f\u00fcr die gef\u00e4lschten Ersatzteile. Der Schwarzmarkt boomt: Noch nie wurde im Autoteilemarkt so oft gegen Markenrecht versto\u00dfen wie in den letzten Jahren. 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