{"id":2652,"date":"2018-03-04T13:09:41","date_gmt":"2018-03-04T12:09:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2652"},"modified":"2024-03-30T06:29:44","modified_gmt":"2024-03-30T06:29:44","slug":"osteuropaeer-bleiben-ungeschoren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2652","title":{"rendered":"Osteurop\u00e4er bleiben ungeschoren"},"content":{"rendered":"<p>4.3.2018 &#8211; Geht so staatliche Verkehrssicherheitsarbeit? Statt Tempos\u00fcnder einheitlich mit einer Geldstrafe zu erziehen, trifft man Unterscheidungen nach ihrem Herkunftsland: Deutsche Autofahrer bittet man zur Kasse, osteurop\u00e4ische bleiben verschont. Bu\u00dfgeldstellen verzichten somit auch auf Einnahmen <!--more-->in Millionenh\u00f6he. Sie m\u00fcssten nur eine M\u00f6glichkeit finden, direkt an der Kontrollstelle abzukassieren.<\/p>\n<p>Deutschland ist im Transitverkehr beliebt bei Autofahrern, die gerne mal Gas geben: Die Strafen f\u00fcr Raser sind relativ niedrig. Geldbu\u00dfen \u00fcber 70 Euro vollstreckt zwar zentral das Bundesamt f\u00fcr Justiz, bei einem Delikt mit niedrigerem Verwarnungsgeld gehen die Bu\u00dfgeldbeh\u00f6rden selbstt\u00e4tig vor und versuchen in den jeweiligen Herkunftsl\u00e4ndern die Betr\u00e4ge einzutreiben. Vornehmlich in Sachsen und Brandenburg bleiben so Tempos\u00fcnder mit polnischen oder tschechischen Kennzeichen ungeschoren. \u201cSie wissen genau, dass sie nicht verfolgt werden\u201d, sagt Dieter M\u00fcller, Leiter des Instituts f\u00fcr Verkehrsrecht und Verkehrsverhalten in Bautzen.<br \/>\n<script type=\"text\/javascript\"><!--\ngoogle_ad_client = \"ca-pub-2976298701677661\";\n\/* 200x200, Erstellt 10.09.11 *\/\ngoogle_ad_slot = \"4380076036\";\ngoogle_ad_width = 200;\ngoogle_ad_height = 200;\n\/\/--><br \/>\n<\/script><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/show_ads.js\"><br \/>\n<\/script><br \/>\nSein Forschungsprojekt f\u00fcr das Verkehrsministerium stellt fest: Delikte, die in Deutschland ein Verwarnungsgeld nach sich ziehen und von Osteurop\u00e4ern begangen werden, bleiben h\u00e4ufig straffrei. Trotz dieser Erkenntniss blieb das Projekt beim ehemaligen Verkehrsminister Dobrindt unbeachtet.<\/p>\n<p>M\u00fcllers Meinung nach stellen Verkehrsbeh\u00f6rden mehr als zehn Prozent aller Bu\u00dfgeldforderungen aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden ein; in jedem vierten Verfahren gelten die Erfolgsaussichten trotz deutlicher Radarfotos als aussichtslos. \u201cDas sind Hunderttausende Verst\u00f6\u00dfe j\u00e4hrlich, die nicht geahndet werden\u201d, sch\u00e4tzt Dieter M\u00fcller, \u201cdem Staat d\u00fcrften so zweistellige Millionenbetr\u00e4ge entgehen\u201d.<\/p>\n<p>Geblitzte Raser werden mindestens mit einem Frontfoto erfasst und dokumentiert, bei der Bu\u00dfgeldbeh\u00f6rde pr\u00fcft und bewertet dann ein Sachbearbeiter die Aufnahme. Ist weder der Fahrer noch das Kennzeichen eindeutig erkennbar, wird es gel\u00f6scht. Oftmals auch dann, wenn die Fahrzeuge ein osteurop\u00e4isches Nummernschilder haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Einziehung von Verwarnungsgeldern in Osteuropa haben die mehr als 500 Bu\u00dfgeldbeh\u00f6rden keine einheitlichen Vorgaben. Wie das Verwaltungsgericht D\u00fcsseldorf (Az. 6 K 7123\/13) feststellte, verzichteten vier von vierzehn befragten Bu\u00dfgeldstellen im Gerichtsbezirk direkt auf die weitere Verfolgung. Die anderen Beh\u00f6rden erhielten auf ihre Anschreiben nur vereinzelt eine Antwort.<\/p>\n<p>Besser klappt es in Bayern mit mit einer zentralen Austauschstelle. Dort hat die Regierung der Oberpfalz mit \u00d6sterreich ein Abkommen. Stattdessen versuchen es Bu\u00dfgeldbeh\u00f6rden weiterhin mit Bescheiden, die zudem f\u00fcr Verkehrss\u00fcnder in osteurop\u00e4ischen Staaten oft nicht lesbar sind &#8211; in deutscher Sprache.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4.3.2018 &#8211; Geht so staatliche Verkehrssicherheitsarbeit? Statt Tempos\u00fcnder einheitlich mit einer Geldstrafe zu erziehen, trifft man Unterscheidungen nach ihrem Herkunftsland: Deutsche Autofahrer bittet man zur Kasse, osteurop\u00e4ische bleiben verschont. Bu\u00dfgeldstellen verzichten somit auch auf Einnahmen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1043],"tags":[],"class_list":["post-2652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-autofahrer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2652"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4430,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2652\/revisions\/4430"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.autolook.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}