{"id":2740,"date":"2018-02-21T12:22:41","date_gmt":"2018-02-21T11:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2740"},"modified":"2024-03-29T17:52:33","modified_gmt":"2024-03-29T17:52:33","slug":"elektroautobrand-hilflose-helfer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=2740","title":{"rendered":"Elektroauto brennt &#8211; Hilflose Helfer"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">21.2.2018 &#8211; Elektroautounfall auf der \u00a0A5 bei Karlsruhe. Ein Tesla rutscht unter einen Baustellenanh\u00e4nger und verkeilt sich. Die Freiwillige Feuerwehr r\u00fcckt an. Doch statt schnell mit Rettungsarbeiten zu beginnen, steht die Truppe abwartend vor dem Wrack. Bei ihrem ersten Unfalleinsatz mit <\/span><!--more--><!--more--><br \/>\nE-Auto-Beteiligung tauchen viele Fragen auf: Ist die Hochleistungsbatterie besch\u00e4digt, steht die Karosserie unter Strom und wo verlaufen die Hochvoltkabel? Um sicher zu sein, dass keine Gefahr f\u00fcr die Rettungskr\u00e4fte besteht, ruft der Einsatzleiter bei Tesla in den USA an. Wertvolle Zeit verrinnt. Kein Einzelfall: Feuerwehrleute haben Angst vor Elektroautos.<br \/>\nIn einem Stromer herrschen mehr als 600 Volt Hochspannung; schon 120 Volt k\u00f6nnen lebensgef\u00e4hrlich sein. \u201cBei technischen Neuerungen wie auch der E-Mobilit\u00e4t liegen anfangs noch keine praktischen Erfahrungen vor\u201d, erkl\u00e4rt Thomas Egelhaaf, Leiter der Landesfeuerwehrschule Baden-W\u00fcrttemberg, \u201cdie Ausbildung der Rettungskr\u00e4fte wird der technischen Entwicklung immer hinterherhinken\u201d. Zunehmende Aufgaben f\u00fchrten dazu, dass nicht jeder Feuerwehrmann zum Thema intensiv geschult werden k\u00f6nne. Egelhaaf fordert klare Einsatzstandards.<br \/>\n<script type=\"text\/javascript\"><!-- google_ad_client = \"ca-pub-2976298701677661\"; \/* 200x200, Erstellt 10.09.11 *\/ google_ad_slot = \"4380076036\"; google_ad_width = 200; google_ad_height = 200; \/\/--><br \/>\n<\/script><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/show_ads.js\"><br \/>\n<\/script><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Derzeit sind bundesweit von den 45,8 Millionen Pkw etwa 300.000 Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb unterwegs. Statt mit auslaufendem Kraftstoff, haben es Rettungskr\u00e4fte mit einem chemische Kraftwerk zu tun, der Lithium-Ionen-Batterie (LIB). So kam es bei Tesla, dem einst \u201csichersten Elektroauto der Welt\u201d, immer wieder zu spektakul\u00e4ren Unf\u00e4llen. Anfangs durchschlugen aufgewirbelte Steine das Batteriegeh\u00e4use. Die Zellen erw\u00e4rmten sich, \u00fcberhitzten und explodierten. Bei diesem \u201ethermisches Durchgehen\u201c wird bis zum Elffachen der Energie freigesetzt.<\/span><\/p>\n<p>Etwa 300 Materialverbindungen sind innerhalb der LIB m\u00f6glich. Als sehr gefa\u0308hrlich gelten auch Batterien mit Kobaltoxidkathoden. Sie liefern den n\u00f6tigen Sauerstoff quasi selbst, erhitzen sich im Brandfall um etwa 370 Grad Celsius je Minute und brennen dabei explosionsartig ab. Nach einem Crash bleibt gespeicherte Energie dauerhaft erhalten &#8211; und gef\u00e4hrlich. So l\u00e4sst sich auch ein spektakul\u00e4rer Unfall in der Schweiz erkl\u00e4ren als \u201eThe Grand Tour\u201c-Moderator Richard Hammond mit einem Elektro-Sportwagen verungl\u00fcckte. Der Wagen brannte vollst\u00e4ndig aus. F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter entz\u00fcndete sich das Wrack ohne \u00e4u\u00dfere Einwirkung nochmals. Und auch die Feuerwehr Reutlingen geriet in Not, da sich ein brennender Elektro-Smart nicht auf Anhieb l\u00f6schen lie\u00df. Man entschloss sich die Batterie zu k\u00fchlen und versenkte dazu den Smart in einen mit Wasser gef\u00fcllten Container. Damit war das Problem bis auf Weiteres aus den Augen.<\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\"><!-- google_ad_client = \"ca-pub-2976298701677661\"; \/* 200x200, Erstellt 10.09.11 *\/ google_ad_slot = \"4380076036\"; google_ad_width = 200; google_ad_height = 200; \/\/--><br \/>\n<\/script><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/show_ads.js\"><br \/>\n<\/script><\/p>\n<p>Interview: Dr. Michael Buser, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei Risk Experts, Consulting-Partner f\u00fcr Risikoberatung und Schadenmanagement in Wien<\/p>\n<p>1.)Welche Vorteile haben Lithium-Batterien?<\/p>\n<p>Michael Buser: Gegen\u00fcber einer herk\u00f6mmlichen Batterie erm\u00f6glichen die Lithium-Ionen-Technologie eine h\u00f6here Energiedichte. Dadurch kann bezogen auf das Gewicht oder auf das Volumen mehr Energie gespeichert werden. Weitere Vorteile: weites Temperaturspektrum, vielfache Lade- und Entladezyklen sowie eine geringe Selbstentladung.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">2.)Was ist das Gef\u00e4hrliche an diesen Batterien?<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr besteht im sogenannten \u201cThermal Runaway\u201d, das hei\u00dft einer selbstverst\u00e4rkenden \u00dcberhitzung. Dann wird die gesamte gespeicherte Energie nicht als elektrischer Strom sondern unkontrolliert als W\u00e4rme abgegeben. Die Batteriezelle brennt explosionsartig ab. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">3.)Warum kommt es zu Batteriebr\u00e4nden?<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Die Ursachen k\u00f6nnen sehr unterschiedlich sein: Materialfehler in den Zellen, Montagefehler bei den Batteriekomponenten oder technische Fehler in der Steuerungstechnik. Unfalltypisch bei Elektroautos sind Kurzschl\u00fcsse als Folge besch\u00e4digter Elektrokabel oder Batteriezellen. Andererseits sind auch Probleme beim Aufladen m\u00f6glich, die in der Ladetechnologie liegen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">4.)Welche Gefahren sind Rettungskr\u00e4ften beim Einsatz ausgesetzt?<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Als besondere Gefahr sind die betriebstypisch hohen Spannungen und hohen Str\u00f6me zu erw\u00e4hnen, die beispielsweise zur gef\u00e4hrlichen Entladung \u00fcber sogenannte Lichtb\u00f6gen oder zu einem elektrischen Schlag f\u00fchren k\u00f6nnen. Dies ist besonders bei gecrashten Fahrzeugen mit besch\u00e4digten Elektrokabeln oder Batteriezellen zu beachten und beim Bergen von Verletzten, wenn Rettungsscheren eingesetzt werden.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">5.)Mit welchen Mitteln k\u00f6nnen solche Br\u00e4nde gel\u00f6scht werden?<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Brand- und L\u00f6schversuche haben gezeigt, dass vorrangig der \u2018Thermal Runaway\u2019 vermieden werden muss. Hierbei ist das Abf\u00fchren der W\u00e4rme und damit das K\u00fchlen der Batteriezellen mit viel L\u00f6schwasser sehr wichtig. Die gekapselte Bauweise der Fahrzeugbatterie erschwert dies aber und damit die direkte K\u00fchlung der Batteriezellen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Vielen Dank Herr Dr. Buser<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.2.2018 &#8211; Elektroautounfall auf der \u00a0A5 bei Karlsruhe. Ein Tesla rutscht unter einen Baustellenanh\u00e4nger und verkeilt sich. Die Freiwillige Feuerwehr r\u00fcckt an. Doch statt schnell mit Rettungsarbeiten zu beginnen, steht die Truppe abwartend vor dem Wrack. 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