{"id":706,"date":"2011-05-11T15:53:01","date_gmt":"2011-05-11T14:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/emo-bil.de\/?p=706"},"modified":"2011-05-11T15:53:01","modified_gmt":"2011-05-11T14:53:01","slug":"die-unsichtbare-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.autolook.de\/?p=706","title":{"rendered":"Die unsichtbare Gefahr"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Elektrische und magnetische Felder beeinflussen die elektromagnetische Vertr\u00e4glichkeit (EMV). Da im Elektroauto deutlich h\u00f6here Str\u00f6me und Spannungen vorhanden sind als in herk\u00f6mmlichen Autos, w\u00e4chst auch die Gefahr, dass sich Bauteile gegenseitig st\u00f6ren oder sogar ausfallen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Schon die heutige Komfort-, Unterhaltungs- und Sicherheitselektronik erzeugt unberechenbare Szenarien. Offiziell schweigen Automobilhersteller und Entwickler, intern berichten sie \u00fcber \u201eentscheidende St\u00f6rungen bei Hybridbatterien, elektrischen Sitzverstellungen oder der Servolenkung\u201c. K\u00fcnftig tritt anstelle von Verbrennungsmotor, Lichtmaschine und 12 Volt-Bordnetz in Elektro- und Hybridfahrzeugen eine Automobiltechnik, die in der Praxis nur wenig erprobt und unberechenbar ist. Schlimmstenfalls legt sie das Gesamtsystem lahm.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><a href=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV_Halle_Moensheim_by-MBtech-100.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-707\" title=\"EMV_Halle_Moensheim_by MBtech-100\" src=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV_Halle_Moensheim_by-MBtech-100-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Solche Ursachen k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein, liegen oft in Verbindungspunkten oder in den langen Kabelb\u00e4umen. Allein das Bordnetz eines VW-Passat umfasst rund 500 Steckgeh\u00e4use, 2000 Kontakte und 1700 Meter Kabel. Sie verhalten sich im ung\u00fcnstigsten Fall verheerend. \u201eWir hatten bei einem Projekt das Problem, dass die Bremsanlage pl\u00f6tzlich ausgefallen ist\u201c, berichtet die Berliner Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) in ihrer Kundenzeitung. Grund daf\u00fcr war die Leitungsf\u00fchrung: Das Batteriekabel fing wie eine Antenne elektromagnetische St\u00f6rungen auf. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Die Typpr\u00fcfung von herk\u00f6mmlichen Kraftfahrzeugen bez\u00fcglich EMV basiert auf der Richtlinie 2004\/104\/EG \u00fcber die Funkentst\u00f6rung. \u201eGegen\u00fcber den \u00fcblichen gestrahlten und leitungsgef\u00fchrten St\u00f6raussendungs- und St\u00f6rfestigkeitstests verlangt die Hybridtechnologie, der Elektroantrieb und der Hochvolt-Kabelsatz aber neue oder erweiterte EMV-Normen\u201c, sagt Klaus-Peter Bretz, Referent bei der Deutschen Kommission f\u00fcr Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE). Das DKE\/Komitee 767 und seine Unterkomitees UK 767.13 und 767.14 sind zusammen mit dem Normen-Ausschuss Auto des DIN zust\u00e4ndig f\u00fcr die entsprechende Koordinierung. Im \u201eGemeinsamen Arbeitskreis\u201c 767.13\/14\/18 werden die Aktivit\u00e4ten zur \u201eEMV, Elektromobilit\u00e4t\u201c geb\u00fcndelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><a href=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/emv-copyright-iav.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-708\" title=\"emv-copyright iav\" src=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/emv-copyright-iav-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>F\u00fcr Ma\u00dfnahmen, die mehrere Hundert Ampere EMV-m\u00e4\u00dfig absichern, ist im Auto kein Bauraum vorhanden, sie sind zudem schwer und sehr teuer. Um St\u00f6rszenarien vorzubeugen, testen Zulieferer und Dienstleister die EMV der Komponenten, der Automobilhersteller pr\u00fcft dann das Gesamtsystem. \u201eUm komplette Elektrofahrzeug-Systeme nach Standards abzubilden, sind noch weitere Normen mit weltweiter G\u00fcltigkeit erforderlich\u201c, erkl\u00e4rt J\u00f6rg B\u00e4renf\u00e4nger, Technischer Leiter bei EMC Test NRW in Dortmund, einem unabh\u00e4ngigen Pr\u00fcflabor f\u00fcr EMV. Dann k\u00f6nnten auch die zahlreichen Elektroauto-Kreationen, die teils in kleinen Werkst\u00e4tten gebaut werden und die elektrifizierten Exoten aus Fernost, sicher und elektromagnetisch vertr\u00e4glich betrieben werden. Bisher h\u00e4tten die von der EMC getesteten Fahrzeuge europ\u00e4ischer Hersteller messtechnisch aber noch immer den Anforderungen entsprochen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Derzeit wird die EMV-Normung nur auf Antriebs- und Gesamtsystemseite betrachtet. Dies bedeutet: Pr\u00fcfung unter definierten Zust\u00e4nden und Anpassen der St\u00f6rfestigkeit und Feldst\u00e4rke an die aktuelle Technik. Tests werden aber noch ohne Pr\u00fcfmodus \u201eLast\u201c gefahren. Dabei sind gerade unter Last h\u00f6here Emissionswerte bei elektrischen Antrieben und Leistungskomponenten zu erwarten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><a href=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV-Pr\u00fcfhalle-EMC-Dortmund-100.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-709\" title=\"EMV-Pr\u00fcfhalle- EMC-Dortmund-100\" src=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV-Pr\u00fcfhalle-EMC-Dortmund-100-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Und auch bei einer induktiven Ladung stehen gro\u00dfe technische Herausforderungen an, denn bei der Energie\u00fcbertragung zwischen Ladeeinheit und Fahrzeug entstehen im Luftspalt zwischen den beiden Spulen sehr hohe magnetische Feldst\u00e4rken. Zudem sollen Elektrofahrzeuge k\u00fcnftig sogar an elektrfizierten Leitplanken ohne Steckerkontakt auftanken. \u201eDas ist f\u00fcr Fahrzeughersteller Neuland und muss in einschl\u00e4gige Normen eingebunden werden\u201c, betont Pr\u00fcfingenieur B\u00e4renf\u00e4nger. Sie m\u00fcssten daher extrem sorgf\u00e4ltig und umsichtig geplant werden. Anderenfalls habe man ein jahrzehntelanges Problem, was letztlich f\u00fcr Automobilhersteller immense Kosten verursachen k\u00f6nne.<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eDie Erweiterung der Pr\u00fcfmethoden sollte in Erw\u00e4gung gezogen werden\u201c, stellt auch die Nationale Plattform Elektromobilit\u00e4t zur\u00fcckhaltend in ihrem Zwischenbericht fest. Politik und Autoindustrie erwecken den Eindruck, der Durchbruch st\u00fcnde unmittelbar bevor. Doch die \u00fcbergreifende Zusammenarbeit der Normengremien hakt. Insider berichten zwar von Absprachen in verschiedenen Ebenen, danach w\u00fcrde sich aber \u201etot diskutiert\u201c. Die festen Positionen beispielsweise von Automobilherstellern und den in der Automobilindustrie neu agierenden Energieversorgern binden demnach viel Personal und Zeit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eBis zum Jahre 2014 k\u00f6nnte die Normgebung in Bezug auf die Begrenzung der St\u00f6raussendung durch induktives Laden abgeschlossen sein\u201c, hofft dennoch Normierungsexperte Klaus-Peter Bretz. F\u00fcr weitere Regelungen zur EMV sei noch kein Zeitrahmen erstellt. Denn Standards m\u00fcssen auf internationaler Ebene mit Normungsorganisationen wie IEC (<span style=\"color: black;\">Internationale Elektrotechnische Kommission<\/span>), CISPR (Internationales Sonderkomitee f\u00fcr Funkst\u00f6rungen) und ISO (Internationale Organisation f\u00fcr Normung) abgestimmt werden. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: Arial; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;\"><a href=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV-Fraunhofer-IISB-copyright-by-Kurt-Fuchs-EVM-Kabine.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-710\" title=\"EMV-Fraunhofer IISB-copyright by Kurt Fuchs-EVM-Kabine\" src=\"http:\/\/emo-bil.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/EMV-Fraunhofer-IISB-copyright-by-Kurt-Fuchs-EVM-Kabine-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Zeit verrinnt: Nach dem Elektromobilit\u00e4tsprogramm der Bundesregierung sollen 2020 rund eine Million Elektroautos hierzulande fahren, bis dahin dominieren Hybridfahrzeuge. Deren Batteriespannungen liegen bei 400 Volt und mehr. Aufgrund gro\u00dfer Leistungen sind Dauerstr\u00f6me von einigen Hundert Ampere zu erwarten. Spannende Aussichten f\u00fcr die Zukunft.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt;\"><span style=\"font-family: Arial;\">EMV im 12 Volt-Bordnetz<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Die herk\u00f6mmliche EMV des Kraftfahrzeugs bezieht sich auf St\u00f6rfestigkeit und Funkentst\u00f6rung, die in der Vergangenheit auf der allgemeinen Funkempfangstechnik basierte. Anforderungen im klassischen 12 V-Bordnetz deckte der Gesetzgeber mit der \u00dcbernahme der Europ\u00e4ischen Richtlinie 2004\/104\/EG ab, zuletzt erg\u00e4nzt durch die Richtlinien 2005\/49\/EG, 2005\/83\/EG, 2006\/28\/EG und 2009\/19\/EG in Verbindung mit ECE-R 10 und CISPR und ISO Normen. Elektrische oder elektronische Ger\u00e4te d\u00fcrfen demnach weder das Fahrzeug noch eingebaute Ger\u00e4te, insbesondere mit sicherheitsrelevanter Funktion, und Funk- und Telekommunikationsanlagen in ihrer Funktion st\u00f6ren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt;\">\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">Batterie birgt St\u00f6rpotenzial<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">Herausragende Komponente in elektromotorisch betriebenen Fahrzeugen ist die Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie. Bei Systemspannungen von mehr als 400 Volt k\u00f6nnen hohe elektrische Feldst\u00e4rken auftreten. Einerseits ist die Li-Ion-Batterie Absender von St\u00f6remissionen, andererseits kann sie im Hochvoltbordnetz auch \u201eOpfer\u201c werden. Derzeit liegen nur wenig Erfahrungen dazu vor. Um das EMV-Problem zu entsch\u00e4rfen, installiert man deshalb oft Umrichter, Wandler und Nebenaggregate im Motorraum; die Traktionsbatterien und deren \u00dcberwachung finden unter der R\u00fcckbank oder im Kofferraum Platz. Gut abgeschirmte Hochvoltleitungen sichern zus\u00e4tzlich die Systeme ab.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">Arbeitskreise f\u00fcr Pr\u00fcfverfahren bei E-Autos<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.5-EMV von Halbleitern <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.6-EMV in 42-V-Bordnetzen <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.11-Kernteam <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.12-St\u00f6rfestigkeit von Fahrzeugen und Fahrzeugkomponenten <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.13-Impulse <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/AK 767.13.14-ESD <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">DKE\/GAK 767.13.18-EMV Elektromobilit\u00e4t<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">(Quelle: DKE)<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">Hochvolt-Bordnetz ist gef\u00e4hrlich<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-family: Arial;\">Wie automobiler Starkstrom zulangen kann, wei\u00df man seit jenem Unfall 2008 in der hoch technisierten Formel 1: Beim Ber\u00fchren der Karosserie eines mit dem Energie-R\u00fcckgewinnungssystem KERS (kinetic energy recovery system) ausger\u00fcsteten Rennwagens, wurde ein BMW-Mechaniker beim GP in Jerez in der Boxengasse zu Boden geworfen. Grund soll ein Konstruktionsfehler im Hochvoltsystem gewesen sein. Die gleiche Gefahr wie im Motorsport besteht nach Ansicht von Experten aber grunds\u00e4tzlich bei jedem elektrobetriebenen Fahrzeug. Denn eine Pkw-Stahlkarosserie ist ebenso leitf\u00e4hig wie Kohlefaserverbundstrukturen von Rennfahrzeugen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Elektrische und magnetische Felder beeinflussen die elektromagnetische Vertr\u00e4glichkeit (EMV). Da im Elektroauto deutlich h\u00f6here Str\u00f6me und Spannungen vorhanden sind als in herk\u00f6mmlichen Autos, w\u00e4chst auch die Gefahr, dass sich Bauteile gegenseitig st\u00f6ren oder sogar ausfallen. Schon die heutige Komfort-, Unterhaltungs- und Sicherheitselektronik erzeugt unberechenbare Szenarien. 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