Tag Archives: Autodiebstahl

Altes Handy als Diebstahlmelder

Smartphones veralten relativ schnell, ein abgelegtes Handy kann aber durchaus noch nützlich sein. Denn ausgestattet mit Display, Akku, Mobilfunk und GPS eignet es sich auch als Diebstahlschutz im Auto. Wie das Computermagazin c´t berichtet, funktioniert ein etwa drei Jahre altes Handy mit dem damalig aktuellen Betriebssystem Android Continue reading

Kripo jagt Autodiebe

Polizei Osnabrück-20120730abgeschirmtewerkstatt_iiEtwa 100 Autos sollen jede Nacht in Deutschland gestohlen werden, ein Viertel davon allein in Berlin und Brandenburg. Seit die Grenzkontrollen nach Polen weggefallen sind, nutzen Autodiebe vermehrt die kurzen Fluchtwege in Richtung Osten. Polizei und Kripo in der Grenzregion rüsten auf. Ende 2007 wurde der Schengen-Raum um Polen erweitert. An der fast fünfhundert Kilometer langen Continue reading

Kaum gestohlen schon in Deutschland

Während üblicherweise geklaute Autos Richtung Osten verschoben werden, boomt derzeit das „Geschäft“ im Ausland.  Dort gestohlene Autos werden nach Deutschland gebracht, hier offiziell zugelassen und dann verkauft. Vor allem in Süddeutschland sei es auf bestimmten Zulassungsstellen leicht, mit ausländischen Dokumenten ein Fahrzeug zuzulassen, berichtete der Kölner Kriminalkommissar Hans-Jürgen Barton auf dem 5. Deutschen Autorechtstags in Königswinter.   Für potenzielle Käufer seien solche  Fahrzeuge kaum zu entdecken, denn der Kaufpreis liege genau so hoch wie in Internetbörsen oder in der Schwacke-Liste.

Eine Nummer größer operiert die Kfz-Mafia im Ausland. Laut Barton gründen Banden eigens Firmen, die dann gezielt an Autohäuser oder Leasinggeber herantreten. Dort werden gefälschte Ausweise, Kreditkarten und Firmenbescheinigungen vorgelegt. Nach der Fahrzeugübernahme bleiben die Leasingraten aus, die Firmenmäntel werden aufgegeben. Die Fahrzeuge sind unauffindbar. Allein 2010 wurden 38.000 Autos in Deutschland gestohlen. Der volkswirtschaftliche Schaden liegt bei etwa 225 Millionen Euro.

Autodiebe hinterlassen Aufkleber

Derzeit beschäftigt sich die Kantonspolizei Zürich mit einer spektakulären Raubserie. Ohne Fahrzeugschlüssel und ohne Spuren zu hinterlassen, klauen Diebe Luxusautos und nutzen diese dann für Überfälle auf Juweliergeschäfte. Nach Erkenntnissen der Kantonspolizei handelt es sich um technisch sehr versierte Elektronikspezialisten, die die Fahrzeugtypen gut kennen. Wenn die Polizei auch zu Einzelheiten schweigt, steht fest, dass sie zuerst ein fünf Zentimeter großes Loch in die seitliche Karosserie in Türnähe bohren. Damit gelangen sie an den Kabelstrang der Zentralverriegelung und an das Schließsystem. Dann lässt sich die Tür öffnen. Das Loch tarnen sie mit einem Aufkleber, der die Aufschrift trägt: „Baby on Tour“. Im zweiten Schritt steigen sie ins Auto und überwinden die Elektronik der Wegfahrsperre. Nach einem Raubüberfall im letzten Jahr entdeckte die Kriminaltechnische Untersuchung der Kantonspolizei an einem Audi Avant RS6 und einen Porsche Cayenne Turbo die Aufkleber-Masche. Kürzlich hat die Bande nach dem gleichen Muster wieder zugeschlagen. Die Täter sind noch flüchtig, obwohl fast 30.000 Euro Belohnung ausgesetzt sind.

Schweizer Computer-Professor knackt Autos

Computerexperten der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben sogenannte Keyless-Entry-Systeme überwunden. Gleich bei zehn Modellen von acht Automobilherstellern gelang es, den Sicherheits-Code abzufangen. Im Gegensatz zu einer normalen Fernbedienung erkennt bei Keyless Entry ein Näherungssensor in der Tür den Schlüsselcode, öffnet dann automatisch das Türschloss und erlaubt den Motorstart – ohne den Schlüssel aus der Tasche nehmen zu müssen. Computer-Spezialist Professor Srdjan Capkun und sein Team nutzten einen einfachen Trick, die Relay-Attacke: Sie täuscht der Autoelektronik vor, der Schlüssel sei in der Nähe, obwohl der Besitzer außer Sichtweite ist. Ein Mitarbeiter hielt dazu einen kleinen Draht als Antenne an den Türgriff und leitete die empfangenen Signale an einen Komplizen weiter. Der stand mit einem handygroßen Empfänger (Relay) unbemerkt in der Nähe des Autobesitzers. Dessen Schlüssel identifizierte daraufhin den Relay-Code und gab schließlich den Zugang zum Auto und zum Motorstart frei. Den Automobilherstellern empfiehlt der Professor eine eigens entwickelte Software, die die Distanz zwischen Fahrzeug und Schlüssel berücksichtigt.

Hubschrauberstaffel jagt Autodiebe

Die hohe Autodiebstahlrate in den ostdeutschen Grenzgebieten fordert von der Polizei neue Maßnahmen. Denn allein in Sachsen stieg in diesem Jahr die Diebstahlrate um mehr als acht Prozent, bei einer Aufklärungsrate von unter zehn Prozent. Jetzt setzt die Bundespolizei auf die Strategie der Sprungfahndung: Mithilfe eines Eurocopter-Transport-Hubschraubers wechselt man kurzfristig die Einsatzstellen. Rund 20 Polizeibeamte werden dazu am Kontrollpunkt Richtung Grenze abgesetzt, überprüfen dort verdächtige Fahrzeuge und wechseln dann im Viertelstundentakt mit dem Hubschrauber zum nächsten Kontrollpunkt. Damit soll die organisierte Kriminalität gestoppt werden: Die Autobanden schicken sogenannten Voraufklärer los, die die folgenden Kuriere mit den gestohlenen Autos rechtzeitig vor Kontrollen warnen sollen.

Banden bevorzugen Showroomjacking

In Baden-Württemberg spezialisieren sich Diebe aus Osteuropa auf das so genannte „Showroomjacking“: Organisierte Banden brechen in Autohäuser oder Werkstätten ein. Dort stehlen sie Diagnose- und Navigationsgeräte, Autos und hochwertige Motorräder. Laut Jahresbericht 2007 „Organisierte Kriminalität“ verursachten sie landesweit rund 21 Millionen Euro Schaden. Zum Absatz gestohlener Autoteilen nutzen sie vermehrt das Internet, wo sie hauptsächlich auf den Plattformen der Auktionshäuser das Diebesgut anbieten. Innenminister Heribert Rech erläutert dazu, dass man die „ost- und südosteuropäischen Tätergruppierungen“ bekämpfen wolle. Deshalb habe man beim Landeskriminalamt mit der „Zentrale Ermittlungen Grenzüberscheitende Kriminalität (ZEGK)“ eine Eingreiftruppe geschaffen. Nach Homejacking (Einbruch in die Wohnung und Diebstahl der Autoschlüssel) und Carjacking (Kraftfahrzeugraub) ist Shoowroomjäcking eine neuere Variante der Kraftfahrzeugkriminalität.

Elektronische Wegfahrsperre

Autodiebe überlisten elektronische Wegfahrsperren

Was für ein Fang. Die Frankfurter Ermittler der AG 178 haben kürzlich Mercedes S-Klasse, Audi A8 und BMW X5 im Wert von rund drei Millionen Euro beschlagnahmt. Alle gestohlen im Rhein-Main-Gebiet und am Frankfurter Flughafen – trotz High-Tech-Wegfahrsperre. Von einer “völlig neuen Dimension des Autodiebstahls” spricht Jürgen Linker von der Frankfurter Kripo, “mit neuen Strategien und Arbeitsweisen überwindet das Milieu der organisierten Kriminalität die elektronische Wegfahrsperren”. Da knackt man schon lange nicht mehr Autotüren und Lenkradschlösser, sondern manipuliert modernste Elektronik: Spezialisten zapfen direkt die Steuersoftware an oder wechseln gar das komplette Steuergerät aus. Selbst größere Schäden am Fahrzeug nehmen sie in Kauf.

Diebesbanden aus Osteuropa

Beim polnischen Chef der zehnköpfigen Diebesbande fanden die Beamten dann auch Motorsteuergeräte. Die Ermittler haben festgestellt, dass in Osteuropa, besonders in Polen, ein illegaler “Ersatzteilmarkt” für hoch entwickelte Elektronik entsteht. Profidiebe lassen dort Steuergeräte für Motor- und Wegfahrsperre fertigen, die dann nur noch gegen die Originale ausgetauscht werden müssen.

“Noch schneller entwenden die Täter einen Wagen, wenn sie den Steuercode der Software kennen und ihn dann manipulieren”, erläuterte Kriminaltechniker Wolfram Thönnes vom Bundeskriminalamt vor Elektronikexperten in Baden-Baden. Er beschäftigt sich seit 1995 kriminaltechnisch mit der Wegfahrsperre.

Milliarden von Zugangs-Codes

Während sich der Zugangscode mit bis zu 4,3 Milliarden Kombinationen praktisch unlösbar verschlüsseln lässt, liegt der brisante Steuercode oft frei auf der Datenautobahn. Die Diebe müssen nur die “Auffahrt” finden, die beispielsweise im Motorsteuergerät liegt. Diese Geräte “besorgen” sich die Elektronik-Diebe mittlerweile direkt bei Autohändlern und Werkstätten: rund zweihundert gestohlene Kfz-Diagnosegeräte suchen Sonderkommissionen der Kripo derzeit in ganz Deutschland. Aus dem Eeprom (Programmierbarer Speicher) der Steuergeräte lassen sich dann mit einfachsten Diagnosegeräten eigentlich geheime Daten auslesen. Wolfram Thönnes: “Die Täter kennen sich mit den Datenstrukturen in den Eeproms sehr gut aus und ändern gezielt nur wenige Bytes”.

Einfach lässt sich die Wegfahrsperre auch über so genannte Bypässe (Überbrückungen) umgehen. Diese “Brücke” nutzen Werkstätten zu Diagnosezwecken. Wolfram Thönnes: “Ob die Softwareroutine in den Bypass verzweigt oder die reguläre Wegfahrsperrenroutine durchläuft, hängt oft nur an einem einzigen Byte”.

Selbst Firmeningenieure verkaufen Software

An den Quellcode der Software kommen Diebe heutzutage leicht, denn diese brisanten Informationen lagern nicht mehr nur beim Kfz-Hersteller. Entwicklung und Fertigung elektronischer Module werden häufig zu Fremdfirmen im In- und Ausland verlagert. Die Verwaltung der Daten ebenfalls. Für die Montage im Fahrzeug erhalten die Hersteller letztlich oft nur noch die fertige Blackbox (Steuergerät mit integrierter Software).

So ließ ein süddeutscher Automobilhersteller in Ungarn hochwertige elektronische Wegfahrsperren herstellen, die aber immer wieder geknackt wurden. Hintergrund: Ein ungarischer Ingenieur soll der Automafia einen Decoder verkauft haben, mit dem sich die Fahrzeuge problemlos öffnen ließen.

Freie Werkstätten haben Zugang zu Codes

Die Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) innerhalb der EU, nach der die Autohersteller auch freie Händler oder markenunabhängige Werkstätten versorgen muss, bringt neue Probleme. Die Diagnosetools können im Ausland unkontrolliert gehandelt werden, ebenso wie technische Informationen zu Wegfahrsperren. Für die Kfz-Industrie heißt es deshalb, die Vertriebswege für Elektronikteile abzusichern, soweit sie die Wegfahrsperrenfunktion betreffen.

Trotz des Handels mit “brisanten Informationen” ist Kriminologe Wolfram Thönnes überzeugt, dass “die Wirksamkeit der elektronischen Wegfahrsperren unbestritten ist”. Die Zahlen geben ihm Recht: Die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge ging seit 1994 von 145.000 auf 57.400 im letzten Jahr zurück.

Kurz und knapp

Plattformstrategie begünstigt Diebstahl

Der Trend zur einer Plattform für mehrere Automodelle oder sogar für mehrere Hersteller, erleichtert den Autodieben die Arbeit: Um Kosten zu sparen, vereinheitlicht man den Installationsort der Steuergeräte. Das BKA rät deshalb: Gefährdete Module sollten nur noch nach dem Zufallsprinzip installiert werden, so dass der Täter zuerst mal die relevanten Bauteile suchen muss. Für die Autohersteller eine undenkbare Lösung.

Wegfahrsperren in vier Generationen

1993 kam die erste Generation als elektrische Wegfahrsperre auf den Markt. Die Stromversorgung von Anlasser, Benzineinspritzung oder Zündung wurde unterbrochen. Der Code war in einem Transponder integriert oder musste über die Tastatur eingegeben werden..

Die zweite Generation erfüllt die Anforderungen der Versicherungswirtschaft und greift elektronisch in das Motorsteuergerät ein. Meistens angesteuert über Festcode-Transponder bei einem offenen Datentransfer.

Wechselcode-Transponder, eine verschlüsselten Datenübertragung oder auch die “elektronische Verblockung” kennzeichnen die dritte Generation. Ein Softwaretool “verheiratet” oder verblockt einzelne wichtige Module. Sie sind dann nicht mehr ohne weiteres austauschbar.

In der vierten Generation der Wegfahrsperre werden zusätzlich Schlüssel oder Tacho in die Steuergeräte integriert. Sie müssen sich als anwesend und zum Fahrzeug gehörig identifizieren oder sind gar in den Rechenalgorithmus eingebunden. Die Daten kommunizieren über den CAN-Bus.