Tag Archives: Diebstahl

Twitter gegen Fahrraddiebe

SF-Police-Biketheft

Mithilfe des Nachrichtendienstes Twitter will die Polizei in den USA Fahrraddiebe jagen. In San Francisco ketten Cops der „Anti-Bike Theft Unit“ präparierte Fahrräder mit GPS-Trackern als Köder am Straßenrand an. Damit kann bei einem Diebstahl der Täter in Echtzeit aufgespürt werden. Nach der Festnahme posten sie das Foto über das Twitter-Account der Spezialeinheit. Damit soll das Schamgefühl des Diebes geweckt werden. Die Bevölkerung sieht das Projekt teils kritisch: Continue reading

Diebstahl fest eingebauter Navis

Festeingebaute Navis "beliebt"Die Kripo im Rheinland registriert eine neue Tätergruppe beim Delikt „Diebstahl fest eingebauter Navigationssysteme“. Während bisher überwiegend osteuropäische Täter Autos aufbrachen, wurden in der Vergangenheit vermehrt Nordafrikaner aus Holland im Kölner Großraum ermittelt. Dabei konzentriert sich diese Tätergruppe auf VW-Autos. Denn in den Niederlanden ist für die beliebten VW-Navigationsgeräte der Modellreihe RNS eine mechanische Sicherung auf dem Markt, die den Diebstahl erschwert und unattraktiv macht. Continue reading

Polizei rätselt über TÜV-Plakettendiebstahl

Wer in Sachsen mit seinem Auto unterwegs ist, sollte große Parkplätze meiden, denn dort treiben sich derzeit Kennzeichendiebe rum. In Plauen wurden in einer Nacht auf einem Parkplatz 21 hintere Kennzeichen gestohlen, 70 im ersten Halbjahr. Dabei geht es den Dieben nicht um die Kennzeichen, sondern in erster Linie um die derzeit gültigen grünen und orangefarbenen Plaketten der Hauptuntersuchung. Nach Stand der Ermittlungen geht die Polizeidirektion Südwestsachsen davon aus, dass es sich um „gewerbsmäßigen Diebstahl“ handelt – ohne zu wissen, wie Käufer und Verkäufer den Handel abwickeln. Das Lösen der Plakette gilt unter Sachverständigen als äußerst mühsam, zeitaufwendig und knifflig. Experten des TÜV Rheinland vermuten, dass die Diebe mit den ergaunerten Plaketten auch TÜV-Berichte über Hauptuntersuchungen fälschen wollen. Solche Berichte sind beim Gebrauchtwagenhandel für viele Käufer wichtig, da sie den Fahrzeugen technische Sicherheit bescheinigen und damit die nächste Hauptuntersuchung erst in ein oder zwei Jahren fällig wird.

Airbag

Airbag-Diebstahl nimmt zu

Autoknacker gehen mit der Zeit: Nachdem Autoradios und Navigationsgeräte mittlerweile häufig auf das Fahrzeug codiert sind, wenden sie sich Airbags zu, die sich mit wenigen Handgriffen ausbauen lassen und mit denen schnell Geld zu verdienen ist.

Ob in Autohäusern oder gar direkt bei Autoherstellern, mehrmals hintereinander hat die Airbag-Mafia zugeschlagen. Bei Opel in Rüsselsheim drangen beispielsweise Diebe nachts, bewaffnet mit Bolzenschneider und Schraubenzieher, in einen umzäunten Verladeplatz ein und bauten zweiundzwanzig Airbags aus. Zum Abtransport nahmen sie gleich einen Pkw vom Gelände mit. Der Schaden liegt bei mehr als 100.000 Euro.

Innerhalb von wenigen Minuten ist solch ein wertvoller Luftsack ausgebaut: Seitenscheibe einschlagen, Stromzufuhr unterbrechen, zwei Schrauben lösen. Je nach Fahrzeug-Fabrikat liegt sein Wert zwischen 1000 und 1500 Euro. Die Hehlerware geht vor allem an dubiose Gebrauchtwagenhändler, die sie gegen gezündete Airbags in Unfall-Fahrzeugen auswechseln, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen. Da aber oft die zugehörige Steuerelektronik fehlt oder beim Diebstahl beschädigt wurde, lösen sie bei einem Unfall nicht mehr aus.

Innerhalb weniger Wochen haben organisierte Banden im Rhein-Main-Gebiet etwa 300 Airbags gestohlen. Im hessischen Hofheim erbeuteten Diebe aus 40 Neuwagen mehr als 80 Stück. „Die gestohlene Ware geht überwiegend in den osteuropäischen Raum“, weiß die Kripo Hofheim. Im Visier der Diebesbanden sind Opel- und VW-Modelle, die auf osteuropäischen Gebrauchtwagenmärkten zu den gängigsten gehören. Nach Einschätzung der Kripo handelt es sich bei den Diebstahlserien um systematisch abgearbeitete Auftragsbestellungen.

Auch die Kripo in Zwickau kämpft mit dem Delikt „Autoteilediebstahl“: Aus fünf Autohäusern wurden dort mehr als 90 Airbags gestohlen. Im sächsischen Reinsdorf schlugen Kriminelle in einem Autohaus gar zum zweiten Mal zu, nahmen zwanzig Bags mit. Wahrscheinlich hatten sie sich als interessierte Autokäufer getarnt und dabei das Autohaus ausspioniert. Volkmar Stöcker, Geschäftsführer des Opel-Hauses Friedrichsgrün: „Da die Lenkräder schon mit Lenkradkrallen gesichert waren, haben die Täter mit Gewalt die Beifahrer-Airbags herausgerissen.“ So musste Stöcker beschädigte Armaturenbretter im Wert von rund 50.000 Euro ersetzen.

Erleichtert wurde der Diebstahl durch die verkehrsgünstige Lage. Nach Erkenntnissen der Kripo sind Autohäuser in dünn besiedelten Gegenden oder Industriegebieten besonders gefährdet: Dort besteht üblicherweise eine gute Anbindung zur Autobahn. So erreichen überregionale Banden schnell ihren Fluchtweg.

Ob Profi- oder Gelegenheitsdiebe, Autohändler Volkmar Stöcker hat keine Angst mehr vor ihnen. Er hat sein Autohaus mit Kameras gesichert und zur Festung ausgebaut. Zudem hat er sich für einen Wachdienst entschieden, der rund um die Uhr Patrouille läuft. „Wir hatten uns sogar schon überlegt, vorsichtshalber die Airbags aus den Neuwagen auszubauen“, erklärt Stöcker.

Airbag mit Ohren

Der heutige Fahrerairbag ist grundsätzlich rund, denn dies ermöglicht den Herstellern eine unkomplizierte und preiswerte Produktion, zudem bildet er in jeder Lenkradstellung ein gutes Schutzpotenzial. Ein neuer asymmetrischer Airbag, der so genannten Ohren-Airbag, bietet dem Fahrer künftig im Crashfall noch mehr Schutz – vor allem bei einem Schrägaufprall. „Wir eröffnen mit dem asymmetrischen Airbag ein neues Kapitel im Airbagdesign“, erklärt Mehran Khazami, Entwicklungsleiter „Fahrerairbag und Lenkrad“ bei der TRW Automotive in Aschaffenburg. Künftig können somit unterschiedliche Unfallarten mit nur einem Airbag abgedeckt werden.

Möglich wurde diese Innovation erst nach der Entwicklung des weltweit ersten Lenkradsystem mit feststehender Nabe (von Autoliv) im Kleinwagen Citroen C4. TRW entwickelte für das System ein neues Kegel-Getriebe. Mehran Khazami: „Damit wird der Verschleiß der Zahnräder am Lenkradkranz auf ein Minimum reduziert und auch an der Lenksäule sind keine weiteren Änderungen nötig.“ Die neue Luftsack-Generation eignet sich vor allem für Fahrzeuge mit tief liegendem Windlauf, flacher Windschutzscheibe oder für Sportwagen und Cabrios, in denen Fahrer einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt sind.

Erste Tests bei TRW haben bestätigt, dass allein die Verschiebung der Luftsackmitte um 100 Millimeter nach unten einen um 20 Prozent niedrigeren Brustbeschleunigungswert und damit ein deutlich niedrigeres Verletzungsrisiko in diesem Bereich bedeutet. Mit einem asymmetrischen Airbag sollen auch die neuen US-Crashvorschriften kein Problem mehr darstellen: Um den Schutz für gegurtete und ungegurtete Insassen zu erfüllen oder die teils gegenläufigen Anforderungen an Rückhaltekomponenten beim Test gegen die feste und deformierbare Crash-Barriere, müssen Hersteller ab 2006 dort einen Schrägaufprall absolvieren. In der nächsten Generation des Citroen C4 soll der Ohren-Airbag erstmals in Serie gehen.

Airbag in der Kopfstütze

Nach einem Verkehrsunfall machen Verletzungen an der Halswirbelsäule (HWS) und im Schulter- und Nackenbereich nicht nur den Betroffenen, sondern auch Ärzten und Versicherungen zu schaffen. Denn häufig verlangen Autofahrer wegen eines so genannten Schleudertraumas Schmerzensgeld. Tatsächlich haben Mediziner am Institut für Rechtsmedizin der Uni München mehr als einhundert Gutachten zu HWS-Verletzungen ausgewertet, von denen nur jedes fünfte berechtigt war.

Falsch eingestellte Kopfstütze ist gefährlich

Die Ursache für ein HWS-Syndrom liegt oft bei der Kopfstütze, die in Design und Handhabung teils kompliziert ist: da ist die Kopfstütze zu niedrig eingestellt, der Abstand zum Kopf zu groß oder sie ist schlicht im Blickfeld des Fahrers.

Eine Lösung soll die Kopfstütze mit einem kleinen integrierten Airbag sein. Der Autozulieferer TRW Occupant Restraint Systems stellte auf der Tagung “Airbag 2000” in Karlsruhe den Prototypen einer aufblasbaren Kopfstütze vor.

Statt flexible Rückenlehne besser Airbag

Saab, Volvo und Renault haben mittlerweile passive Systeme eingeführt, die im Crashfall die Kopfstütze zum Kopf hin bewegen, aktiviert von einer ausgelenkten Rückenlehne.

Alexander Heilig, Entwicklungsingenieur bei TRW: “Ein passives System ist sicherlich hilfreich, offen bleibt jedoch die Frage, inwieweit dies für die Vermeidung von HWS-Verletzungen im Crashfall ausreichend sein kann.”

Grundlage der neuen Airbagentwicklung sind Studien und Versuche verschiedener Kopfstützenkonzepte, welche nach Effektivität, Sicherheit, sowie Kosten verglichen wurden.

Anforderungen an einen Kopfstützen-Airbag

Dabei stellten die Ingenieure fest: ein optimales System muss alle Insassengrößen und Positionen berücksichtigen und im Crashfall sehr schnell reagieren. Es muss auf allen Fahrzeugsitzplätzen einsetzbar sein und unabhängig von jeglicher Kopfstützenvoreinstellung die Verletzungsgefahr verringern. Es entstand eine Kopfstütze mit Airbagsystem, dass von einem Schaumblock umgeben ist.

Das Zündsignal fließt von der Fahrzeug-Crashsensorik über ein Kabel in die Kopfstütze. Zündet das System bei einem Heckcrash, bläst ein pyrotechnischer Gasgenerator innerhalb von 30 Millisekunden einen 3-Liter-Luftsack sehr sanft auf.

Mehrere Lösungen möglich

Um Styling und Design möglichst offen zu halten, wählte man mehrere Konstruktionen: ein Kopfstützenüberzug aus Stretchmaterial, eine Kopfstütze mit Reißnähten und ein auswechselbares Luftkissen mit befestigtem Frontpolster, das vorne in die Kopfstütze eingeklipst wird. Alexander Heilig: “Alle Varianten wurden in dynamischen Versuchen erfolgreich geprüft”.

Erfolgreich mit Schlittenversuch getestet

Gemeinsam mit der Technischen Universität Graz wurden mittlerweile etwa 170 dynamische Versuche mit Dummies und Freiwilligen gefahren. Ergebnis: Die Versuche zeigten eine deutlich niedrigere Halsbelastung, keiner der Testpersonen – Schlittenversuch bei 10 km/h – verletzte sich. Das aufblasbare Kopfstützensystem wurde subjektiv als komfortabel empfunden, ein Zündknall war nicht störend – das Crashknall der Versuchsanlage schien sogar lauter zu sein.

TRW entwickelt derzeit im Auftrag von Automobilherstellern weiter an dem System, “schon bald” sollen die ersten Pkw mit Kopfstützen-Airbag vom Band rollen.