Tag Archives: Klimaanlage

Solarzellen treiben an

Ergänzend zum Komfortgewinn können Dachsysteme auch zur Energiegewinnung dienen – wenn sie mit Solarzellen versehen sind. Dann speisen sie die Batterie und erhöhen damit bei Elektroautos auch die Reichweite. Nachdem Webasto für den Kleinwagen Smart Fortwo bereits rund 300.000 Leichtbau-Dachsysteme mit einer feststehenden Polycarbonatscheibe gefertigt hatte, hat man erstmals ein zu öffnendes Panoramadach aus Polycarbonat entwickelt. Rund 20 kg schwer bei einer Fläche von 1,8 Quatratmeter weist es auch Solarzellen zur Stromerzeugung auf.

Eine Standlüftung lässt sich mit  dem Strom aus der Photovoltaikanlage speisen. Diese Energie wird über ein intelligentes Management in die Batterie eingespeist oder direkt für den Betrieb einer Sitzbelüftung oder einer Kompressorkühlbox genutzt. Alle Funktionen sind in einem E-Konzeptauto Suzuki Splash umgesetzt.  In einem Elektrofahrzeug kann das Solardach nach Berechnungen von Webasto Energie für eine Fahrstrecke von etwa 500 Kilometer jährlich zur Verfügung stellen.

Individuelles Klima

Eine Heizungs- und Klimaanlage für Elektrofahrzeuge, die individuell jeden besetzten Platz (Occupied Zones, OZ) klimatisiert und damit die Reichweite erhöht, hat Hyundai entwickelt. Die neue Regelung kommt im E-Auto BlueOn zum Einsatz, das auf dem Kleinwagen Hyundai i10 basiert. Durch die reduzierte Leistungsaufnahme des Regelsystems ließ sich die Reichweite bei beströmter Fahrerzone (statt des gesamten Innenraums) um bis zu neun Prozent erhöhen. Der Energieverbrauch des Systems selbst sank im Kühlmodus um 17 Prozent, um 20 Prozent beim Aufheizen. Künftig will man die Regelung weiter verfeinern, um durch optimierte Luftmengen, Strömungsrichtungen und Austrittstemperaturen die Wärmeverluste weiter zu verringern. Hyundai plant den Einsatz der OZ-Technik in weiteren Elektroautos. 

Prima Klima im E-Auto

Neue Fahrzeugkategorien verlangen neues Denken. Warum Komfort für vier bieten, wenn nur eine Person an Bord ist? In dem Projekt „Klimatisierung eines Elektrofahrzeugs“ haben mehrere Hochschulen und der Entwicklungsdienstleister Bertrandt in jeden Sitz Elemente und Strukturen einer Klimaanlage integriert. Ein Klimakompressor zieht unter Volllast bis zu zehn Kilowatt Leistung. Vitalij Klassen, Entwicklungsingenieur bei Bertrandt: „Unser Ziel war es, den Wert auf 1,5 Kilowatt je Insasse individuell zu begrenzen.“ Möglich macht dies eine neue Sitz- und Instrumententafelstruktur, die das Klimazentrum in den schmalen Bereich um den Insassen herum legt. Damit lassen sich Luftströme, die bisher bei mehr als 300 Kilogramm je Stunde liegen, in mehrere kleine Ströme aufteilen.

Der Sicherheitsgurt wandelt sich zum zirkulierenden „Luftschlauch“, der den Insassen unmittelbar von vorne klimatisiert. Die Ströme lassen sich sogar recyceln: Um die sitzende Person herum wird die Luft abgesaugt, auf die gewünschte Temperatur gebracht und erneut ausgeblasen. Entwickler Vitalij Klassen: „Zusätzlich lassen sich in Armlehnen, Lenkrad und Teppichverkleidung Luftstromkanäle integrieren.“ Vorhandene Systeme wie Lüfter oder Luftöffnungen bleiben erhalten.
Andere Zulieferer gehen noch einen Schritt weiter, nutzen sogar Flächen wie Kopfstütze und Fußmatte zum Heizen. Hochelastische, leitfähige Garne für Kompressionsstrümpfe werden dazu gewebt und an zwölf Volt angeschlossen. Eine völlig neue Rolle bei der Klimatisierung übernehmen auch die Tür- und Seitenverkleidungen, die aus sogenannten Hochleistungsmaterialien bestehen. Sie dämmen, speichern und isolieren ausgezeichnet.

Intelligentes Klima im Auto

Im Auto der Zukunft werden Seitenverkleidung, Kopfstütze und Fußmatte Heiz- und Kühlfunktionen übernehmen. Hochelastische Garne für Kompressionsstrümpfe werden dazu leitfähig gemacht, eingewebt und an zwölf Volt angeschlossen. Selbst der Sicherheitsgurt wird zum Schlauch, der die Luft unmittelbar um den Insassen herum ausbläst. Zudem sollen die Sitze eine eigene Klimaanlage erhalten und damit den Benzinverbrauch deutlich senken. Ein Projekt des Entwicklungsdienstleisters Bertrandt legt dazu zielgenau einen schmalen Klimagürtel um den Sitz. Bertrandt-Projektleiter Vitalij Klassen: „Statt bis zu zehn Kilowatt bei Volllast für den gesamten Innenraum, ist die Leistung auf 1,5 Kilowatt je Insasse individuell begrenzt.“ So steuert man den Luftstrom von bisher mehr als 300 Kilogramm je Stunde für jeden Sitz einzeln nach Bedarf. Verbrauchte Luft lässt sich sogar recyceln: Um die sitzende Person herum wird sie abgesaugt, auf Temperatur gebracht und erneut ausgeblasen.