Schlafgefahr beim Fahren

20.8.2023 – Das automatisierte Fahren soll den Verkehr sicherer, effizienter und komfortabler machen. Doch wie verhalten sich die Fahrer, wenn sie die Kontrolle über das Fahrzeug an ein automatisiertes System abgeben? Eine Studie des Würzburger Instituts für Verkehrswissenschaften zeigt: Viele Fahrer geben der Versuchung nach, während der Fahrt ein Nickerchen zu machen – mit möglicherweise fatalen Folgen.
Die Studie untersuchte das Verhalten von Fahrern in einem Level-3-Auto. Das bedeutet, dass das System die Fahraufgabe in bestimmten Situationen übernimmt. Aber der Fahrer muss jederzeit bereit sein, die Kontrolle wieder zu übernehmen. Die Forscher simulierten verschiedene Szenarien. Zum Beispiel die Übernahme bei einem Spurwechsel oder einem Hindernis.

Die Ergebnisse waren überraschend: Die Hälfte der Teilnehmer schlief während der Studie ein. Obwohl sie wussten, dass das nicht erlaubt war. Das Schlafen beeinträchtigte ihre Reaktionszeit und ihre Leistung. In einigen Fällen kam es zu kritischen Situationen bei der Übernahme: mit erhöhtem Unfallrisiko. Warum schliefen die Fahrer ein, obwohl sie die Gefahren kannten? Die Forscher führten Nachinterviews mit einer Teilgruppe durch, um die Beweggründe der Fahrer zu verstehen. Sie fanden heraus, dass die meisten Fahrer ein gutes Verständnis des Systems hatten. Sie vertrauten dem System jedoch so sehr, dass sie sich entspannter und sicherer fühlten. 

Die Studie zeigt, dass das automatisierte Fahren zu einer falschen Sicherheit und zu einer Nachlässigkeit der Fahrer führen kann. Die Fahrer müssen sich bewusst sein, dass sie jederzeit die Verantwortung für das Fahrzeug übernehmen müssen und dass das Schlafen am Steuer lebensgefährlich ist. Fahrzeughersteller müssen diese Risiken bei der Gestaltung der Automatisierungssysteme berücksichtigen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen der Fahrer zu regulieren oder um den einschlafenden Fahrer zu erkennen. emo/AI